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22.05.2014

19:11 Uhr

Verhandlungen trotz Atomstreit

Russische Atomkraftwerke für den Iran?

Russland stellt dem Iran den Bau von bis zu acht Atomkraftwerken in Aussicht. Gemeinsam mit dem Präsidenten der islamischen Republik, Hassan Ruhani, scheint man von einer Einigung im Atomstreit Ende Juli auszugehen.

Der iranische Präsident, Hassan Ruhani, geht davon aus das der Streit um das iranische Atomprogramm wie geplant zum 20. Juli beigelegt sein wird. Derweil scheinen Verhandlungen mit Russland um den Bau von Atomkraftwerken schon weit fortgeschritten. dpa

Der iranische Präsident, Hassan Ruhani, geht davon aus das der Streit um das iranische Atomprogramm wie geplant zum 20. Juli beigelegt sein wird. Derweil scheinen Verhandlungen mit Russland um den Bau von Atomkraftwerken schon weit fortgeschritten.

Moskau/ShanghaiRussland plant ungeachtet des Streits um das iranische Atomprogramm den Verkauf zahlreicher Nuklearanlagen an die islamische Republik. Noch dieses Jahr könne der Vertrag über den Bau von zwei Atomkraftwerken unterzeichnet werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person. Dies könne Teil eines größeren Abkommens werden, das die Errichtung von acht Atomkraftwerken umfasse. Russland gehört zur Sechsergruppe, die seit Jahren mit dem Iran über Kontrollen seiner atomaren Anlagen streitet. Dabei geht es um den Verdacht, das Land könne Atombomben entwickeln, was die iranische Regierung bestreitet. Der iranische Präsident Hassan Ruhani zeigte sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen mit der Sechsergruppe wie geplant Ende Juli abgeschlossen werden.

„Russland und Iran werden möglicherweise dieses Jahr eine zwischenstaatliche Vereinbarung über den Bau von vier bis acht Atomkraftwerken abschließen und einen Vertrag über den Bau der ersten beiden Atomkraftwerke als Ergänzung zu Bushehr“, sagte die Quelle. Iran besitzt derzeit nur ein Atomkraftwerk zur Stromerzeugung in Bushehr, das von Russland geliefert wurde. Der staatliche russische Atomkraftwerks-Betreiber Rosatom hatte bereits früher erklärt, mit dem Iran über den Bau weiterer AKW zu verhandeln.

Die Auswirkungen des geplanten Abkommens über die Lieferung von AKW auf den Atomstreit waren zunächst nicht absehbar. Es sei noch ausreichend Zeit, sich bis zum 20. Juli auf ein Abkommen zu einigen, das den Verzicht auf eine militärische Nutzung der Atomkraft durch den Iran regelt, sagte Ruhani in Shanghai. Sollte das nicht klappen, könnte das Zwischenabkommen um sechs Monate verlängert werden.

Die Kernpunkte der Genfer Iran-Vereinbarung

Uran-Vorrat

Der Iran verpflichtet sich, den gesamten Vorrat des auf bis zu 20 Prozent angereicherten Urans - genannt wurden 196 Kilogramm - unter eine Schwelle von fünf Prozent abzuschwächen oder so zu verändern, dass er nicht mehr angereichert werden kann.

Schwerwasserreaktor

Der Schwerwasserreaktor Arak, in dem als Nebenprodukt Plutonium anfallen könnte, darf nicht in Betrieb genommen werden.

Zentrifugen

Der Iran darf keine weiteren, neuen Zentrifugen produzieren.

Urananreicherung

Der Iran soll die Urananreicherung in den Anlagen Natans und Fordo limitieren.

Öl-Einnahmen

Im Gegenzug erhält das Land eingefrorene Öl-Einnahmen in Höhe von ungefähr drei Milliarden Euro, die schrittweise freigegeben werden.

Banksanktionen

Teile der Banksanktionen für Einfuhr, insbesondere von Medikamenten und Nahrungsmitteln, werden aufgehoben.

Versicherungen

Sanktionen bezüglich Versicherungen für die Wirtschaft, auch von Öltankern, werden aufgehoben.

Handel und Import

Der Iran kann wieder Ersatzteile für Flugzeuge kaufen, mit Gold handeln sowie Kraftfahrzeuge und Ersatzteile importieren.

Petrochemische Industrie

Sanktion in der petrochemischen Industrie werden aufgehoben.

In der vergangenen Woche hatte eine weitere Verhandlungsrunde des Iran mit den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland keine Fortschritte erbracht. Das hatte Zweifel geschürt, dass der von den Gesprächspartnern selbst gesteckte Termin eingehalten werden kann. Ein hochrangiger US-Vertreter hatte anschließend erklärt, die Verhandlungen kämen kaum voran und gestalteten sich schwierig. Die Gespräche sollen im Juni fortgesetzt werden.

Ruhani sagte, bei gutem Willen aller Verhandlungspartner sei eine Einigung zum geplanten Termin möglich. Allerdings sollte einigen Ländern, die hinter den Kulissen Probleme schüren wollten, nicht die Gelegenheit gegeben werden, die Gespräche zu sabotieren. Namen nannte er nicht. Vor allem Israel macht offen Front gegen die Atomgespräche, nachdem hochrangige iranische Politiker mit einer Auslöschung des jüdischen Staates gedroht hatten. Da Iran bisher internationale Kontrollen seiner Atomanlagen nur eingeschränkt zulässt, haben westliche Staaten Wirtschaftssanktionen verhängt, die im Iran zu Engpässen in der Versorgung geführt haben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.05.2014, 19:31 Uhr

Zitat : Russische Atomkraftwerke für den Iran?

- warum denn auch nicht? Auch fuer China, Indien, Brasilien, Mexico, Argentinien, Chile, Venezuella, Aegyten, Lybien, ..................etc !

Uns hat ja die Murksel die Atomkrafttechnologie kaputt gemacht, zockt dafuer mit der unnuetzen Energiewende die Burger ab und kann jetzt zuschauen, wie bei den Russen,mit denen sie es auch kaputt gemacht hat, den Rubel rollen lassen !

.

Account gelöscht!

22.05.2014, 20:02 Uhr

Das die Atombombe gezündet wird ist nur noch eine temporale Angelegenheit. Die Frage ist nicht ob, sondern wann sie eingesetzt wird. Schließlich stülp ich mir kein Präser über, wenn ich nicht schnackseln will.

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