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19.04.2011

20:10 Uhr

Vermittlung

Berlusconi empfängt libyschen Rebellenchef

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat mit dem Chef des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, Lösungen der Krise in dem nordafrikanischen Land beraten. Derweil geraten die Rebellen militärisch in Not.

Berlusconi will die Not in Libyen lindern und trifft sich mit den Rebellen. Quelle: dpa

Berlusconi will die Not in Libyen lindern und trifft sich mit den Rebellen.

Rom/Paris Berlusconi kam am Dienstag in Rom zu einem einstündigen Gespräch mit Dschalil zusammen, der auch von Staatspräsident Giorgio Napolitano und von Außenminister Franco Frattini empfangen worden war. Berlusconis Amt teilte mit, das Gespräch sei auch mit Blick auf das im Mai in Rom vorgesehene Treffen der Libyen-Kontaktgruppe geführt worden.

Italien hatte Anfang April - wie auch Frankreich und Katar - mitgeteilt, den Übergangsrat der Anti-Gaddafi-Rebellen als den einzigen Gesprächspartner formal anzuerkennen. Am Mittwoch wollte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Dschalil in seinem Amtssitz empfangen. Das teilte der Elysée-Palast am Dienstag in Paris mit.

Seit Beginn des Aufstandes gegen das Gaddafi-Regime vor zwei Monaten wurden nach Angaben der Rebellen bereits zehntausende Menschen getötet oder verletzt. "Präsident Dschalil hat uns von 10.000 Toten berichtet und bis zu 55.000 Verletzten", sagte der italienische Außenminister Franco Frattini nach einem Treffen mit Dschalil.

Derweil konzentrieren sich die Gefechte in Libyen immer mehr auf die belagerte libysche Stadt Misrata, die als einzige im Westen des Landes von den Rebellen verteidigt wird. Während dort am Dienstag weiter schwere Kämpfe tobten, gestand die NATO ein, dass sie Schwierigkeiten habe, die dortigen Stellungen der Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi auszuschalten. Libyen warnt die EU vor der Entsendung eigener Bodentruppen als Eskorten für UN-Hilfslieferungen.

Im Zentrum Misratas waren am Dienstag neuerlich Schüsse und Explosionen zu hören, berichtete ein Bewohner der Nachrichtenagentur AP. Während NATO-Flugzeuge über die Stadt flogen, gingen die Angriffe der Gaddafi-Truppen ungebremst weiter. Mit ihren Luftangriffen habe die internationale Koalition am Montagabend nur Radar- und Luftabwehrstellungen nördlich der Stadt ausschalten können, so der Zeuge.

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

19.04.2011, 22:03 Uhr

Gibt es nicht einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU), der einen Waffenstillstand beinhaltet, der aber von der Aufständischen abgelehnt wurde?

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