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03.02.2015

16:49 Uhr

Vermögensabgabe

Reiche Griechen sollen bluten

VonDietmar Neuerer

Athen sorgt mit immer neuen Vorstößen zur künftigen Schuldenpolitik für Unruhe in Europa. Nun kommen auch Ideen aus Berlin, wie Tsipras & Co. ihren Staatshaushalt sanieren können – auf dem Rücken reicher Griechen.

Umschuldung

Merkel wartet auf Vorschläge aus Athen

Umschuldung: Merkel wartet auf Vorschläge aus Athen

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BerlinIn der Debatte über einen Ausweg aus dem griechischen Schuldendrama könnten nun reiche Griechen in den Fokus geraten. Zumindest aus deutscher Sicht ließe sich bei dieser Gruppe noch einiges an Geld mobilisieren, um dem Mittelmeerstaat finanziell wieder auf die Beine zu helfen.

CDU-Politiker forderten die Regierung in Athen auf, die Steuerfreiheit für Reeder zu beenden. „Es ist höchste Zeit, dass Griechenland seine Reeder besteuert“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, der „Bild“-Zeitung (Dienstag). Alles andere sei nicht mehr zu vermitteln.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, sagte der Zeitung: „Anstatt die europäischen Steuerzahler für die griechischen Schulden in Haftung zu nehmen, muss die eigene Steuerverwaltung in Gang gebracht werden.“ Jetzt müssten die reichen Griechen endlich zur Kasse gebeten werden.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann sagte: „Bevor den Deutschen in die Tasche gegriffen wird, sollten die Griechen sich lieber an ihre eigenen Milliardäre halten.“

Und der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach erklärte: „Es ist die souveräne Entscheidung des griechischen Staats, wenn er seine Reeder nahezu komplett von der Steuerpflicht befreit. Allerdings darf Griechenland dann nicht erwarten, dass die Steuerzahler der Eurozone die dadurch Jahr für Jahr entstehenden Einnahmeausfälle in Millionenhöhe kompensieren.“

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Protestparteien, Terrormilizen, Internetaktivisten: Kleingruppen begrenzen den Einfluss der Mächtigen, überall auf der Welt. Verhindern ist leichter geworden, gestalten schwerer. Manager und Politiker müssen umdenken.

Griechenland hat Staatsschulden in Höhe von etwa 320 Milliarden Euro. In diesem Jahr wird der Schuldenberg Athens knapp 169 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, erlaubt sind höchstens 60 Prozent. Vor drei Jahren hatten Privatgläubiger wie Banken bereits einen Schuldenschnitt von 50 Prozent hinnehmen müssen.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

03.02.2015, 17:43 Uhr

"Reiche Griechen sollen bluten ...... auf dem Rücken reicher Griechen."

Mir wird echt schlecht, wenn ich so viel Dummheit lesen muss!

Auch das Handelsblatt weiß um die Tricks der reichen Griechen, also bitte ein bisschen sachlicher und weniger polemisch sein JAA!

Die Staatsbürger, und nicht nur die weniger reichen Staatsbürger, haben zu aller erst ihrer Verantwortung gegenüber ihrem Staat nachzukommen, bevor man die Steuerzahler anderer Länder in Anspruch nimmt. Nur im Kopf kranke Menschen sehen und machen das anders!!!
Genauso krank sind Menschen im Kopf die ernsthaft meinen, dass Staatsbürger im eigenen Land keine Vorrechte zu anderen Menschen genießen sollten.

Die Vermögen der Griechen, auch die im Ausland, sind selbstverständlich zur Bewältigung und Abwendung katastrophaler Zustände in Griechenland heran zu ziehen. Die Vergemeinschaftung und Haftungsfragen auf andere zu schieben bzw. in Anspruch zu nehmen entspricht nur asozialem Feudaldenken und wird niemals hingenommen werden, basta!!!

Das ist übrigens einer der Hauptgründe warum Syriza gewählt und die Vertreter der Feudalmischpoke abgewählt wurden. Dieses Phänomen werden wir noch öfters in Europa erleben, wer sich wie die Eliten total daneben benimmt, bekommt eben über kurz oder lang auf die Fresse!

Herr Heiner Schumann

03.02.2015, 17:49 Uhr

Die sogenannten reichen Griechen werden denen was Husten. Erstens haben die ihr Geld schon längst in Sicherheit und zweitens weis der griechische Staat kaum wieviel Vermögen diese Herrschaften haben da der Staat gar keine steuerliche Infrastruktur hat sie haben ja noch nicht einmal ein Katasteramt um festzustellen wem z.B. Die schicken Villen auf de Inseln gehören.. In Zypern hat man ja auch geglaubt man könne durch den Auszahlungsstop von Guthaben die reichen Russen schröpfen doch die haben ihr Geld einfach bei den Filialen der zypriotischen Banken in Luxemburg abgehoben denn dort galt der Auszahlungsstopp nicht. die blöden waren die Sparer die sich kein Flugticket nach Luxembourg leisten konnten. das ist alles Lug und Betrug so lange Draghi die Märkte flutet ohne das ihm jeman d Einhalt gebietet

Herr Jens Müller

03.02.2015, 18:00 Uhr

So ist das halt im Sozialismus.

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