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13.05.2017

09:53 Uhr

Verschärfter Konflikt

Nordkorea signalisiert USA Dialogbereitschaft

Der Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. Das Außenministerium deutet nun Gespräche mit den USA an – wenn die Bedingungen stimmten. Wie diese konkret aussehen, sagt es nicht.

Lässt sich ein militärisches Eingreifen verhindern? Die USA und scheinbar auch Nordkorea arbeiten darauf hin. dpa

Spannungen

Lässt sich ein militärisches Eingreifen verhindern? Die USA und scheinbar auch Nordkorea arbeiten darauf hin.

SeoulNordkorea hat eine grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen mit den USA angedeutet. „Wir werden einen Dialog haben, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind“, sagte die Generaldirektorin für die US-Beziehungen im Außenministerium, Choe Son Hui, am Samstag in Peking laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Sie reagierte damit auf die Frage von Journalisten, ob Nordkorea daran arbeite, Gespräche mit Vertretern der US-Regierung vorzubereiten. Der Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump kündigte zwar an, auf eine diplomatische Lösung und verschärfte Sanktionen zu setzen. Er schloss aber auch ein militärisches Vorgehen nicht aus und entsandte einen Flugzeugträger in die Region. Kürzlich erklärte sich Trump aber auch grundsätzlich zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bereit.

Trump, Nordkorea und Raketen – eine Chronik

28. Januar

Experten berichten, dass Nordkorea den umstrittenen Atomreaktor in Yongbyon wieder in Betrieb genommen habe.

Quelle: dpa

12. Februar

Pjöngjang testet eine ballistische Mittel-Langstreckenrakete. Bei Tausenden Kilometern Reichweite könnte sie einen Atomsprengkopf transportieren. Zur gleichen Zeit besucht der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe Trump in Washington.

1. März

Die USA und Südkorea beginnen ihre jährlichen gemeinsamen Militärübungen, die bis zum 30. April dauern sollen.

6. März

Nordkorea feuert vier ballistische Raketen ab – drei davon seien erst in der 200-Seemeilen-Zone vor Japan ins Meer gestürzt, heißt es aus Tokio. Nach Angaben nordkoreanischer Staatsmedien richtet sich die Übung gegen US-Stützpunkte in Japan.

7. März

Die US-Streitkräfte teilen mit, dass mit der umstrittenen Stationierung eines neuen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen worden sei. Die ersten Elemente des Systems seien eingetroffen.

16.-19. März

Auf seiner Reise nach Japan, Südkorea und China erklärt US-Außenminister Rex Tillerson die bisherige „Politik der strategischen Geduld“ gegenüber Pjöngjang als gescheitert. Zwar sagt er, das Land müsse sich vor den USA „nicht fürchten“, schließt aber ein militärisches Vorgehen prinzipiell nicht aus. Die USA wollten in dem Konflikt enger mit China zusammenarbeiten.

22. März

Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilt mit, dass dem nördlichen Nachbarn offensichtlich ein neuerlicher Raketentest misslungen sei. Nach Angaben von US-Medien scheint die Rakete „innerhalb von Sekunden nach dem Start explodiert zu sein“.

2. April

Trump kündigt in einem Interview der „Financial Times“ an, Nordkoreas Atomwaffenprogramm notfalls im Alleingang zu stoppen.

6. April

Beim Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den USA erklären beide Seiten, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein „ernstes Stadium“ erreicht habe.

10. April

China und Südkorea kündigen bei weiteren Raketen- und Atomtests Nordkoreas neue Sanktionen an. Gleichzeitig droht Pjöngjang den USA wegen der Entsendung von Kriegsschiffen mit „härtesten Gegenmaßnahmen“. Die Volksrepublik sei für jede Art von Krieg bereit.

11. Aprl

Trump fordert China auf, seinen Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen. „Andernfalls lösen wir das Problem ohne sie.“ Tags darauf lobt er China dafür, Schiffe mit Kohlelieferungen aus Nordkorea zurückgeschickt zu haben. Dies sei ein „großer Schritt“.

16. April

Von Entspannung keine Spur: Kurz vor der Ankunft von US-Vizepräsident Pence in Südkorea schießt Pjöngjang eine Rakete in den Himmel. Da sich Kim Jong-un von Drohungen unbeeindruckt zeigt, ist ein amerikanischer Schlag gegen Nordkoreas Atomanlagen nicht mehr undenkbar.

20. April

Die Anspannung zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten spitzt erneut sich zu. Während US-Außenminister Rex Tillerson gegen das Atom- und Raketenprogramm vorgehen will, spricht Nordkorea eine letzte Warnung aus und demonstriert in einer Videosimulation anlässlich der Geburtstagsfeier des Staatsgründers Kim Il-sung die Vernichtung der USA durch nordkoreanische Atombomben.
Kurz nach den Kriegsdrohungen ist in Pjöngjang ein US-Bürger in Gewahrsam genommen worden.

Choe hatte auf der Heimreise von einem Besuch in Norwegen in der chinesischen Hauptstadt einen Zwischenstopp eingelegt. In Norwegen hatte sie sich japanischen Medien zufolge mit ehemaligen US-Behördenvertretern getroffen. Solche Treffen gab es immer wieder als Kontaktmöglichkeit zwischen dem abgeschotteten Nordkorea und den USA. Trump setzt vor allem auf Nordkoreas einzigen Verbündeten China, um die kommunistische Führung in Pjöngjang zum Einlenken zu bewegen.

Von

rtr

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