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15.05.2011

12:23 Uhr

Versuchte Vergewaltigung

Sex-Affäre um IWF-Chef bremst Griechenland-Verhandlungen

Der Vorwurf der versuchten Vergewaltigung gegen IWF-Chef Strauss Kahn erschüttert nicht nur den Währungsfonds, sondern trifft auch Europas Schuldenstaaten. Verhandlungen mit dem IWF um neue Hilfen verzögern sich.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wird wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt. Quelle: dapd

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wird wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt.

Die Festnahme von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn werfen den Zeitplan der internationalen Verhandlungen über Griechenland-Hilfen durcheinander. Die für heute geplanten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Griechenland-Krise finden nicht statt. Nach der Festnahme von IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn, der am Nachmittag in Berlin mit Merkel verabredet war, werde es kein alternatives Treffen mit einem anderen Vertreter der Organisation geben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Alle Fragen in dem Fall seien an das Büro von Strauss-Kahn in Paris zu richten, ergänzte eine Sprecherin der Regierung.

Der 62-Jährige soll am Samstag in New York eine Hotelangestellte angegriffen und zum Oralsex gezwungen haben. Laut New Yorker Polizei hat Strauss-Kahn einen Rechtsanwalt hinzugezogen und gegenüber den Behörden zunächst keine Erklärung abgegeben. Ihm wird versuchte Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Polizisten hatten den IWF-Chef kurz vor seiner Abreise nach Europa auf dem New Yorker JFK-Flughafen festgenommen. Ob Strauss-Kahn schon am Sonntag einem Richter vorgeführt wird, ist unklar. Dies hänge auch damit zusammen, wie viele andere Fälle es noch gebe, sagte ein New Yorker Polizeisprecher.

Der IWF steuert ein Drittel des Milliarden-Rettungspakets für Griechenland bei. Strauss-Kahns geplante Gespräche in Berlin und Brüssel galten als Indiz für den Ernst der Lage um das vom Staatsbankrott bedrohte Land.

Strauss-Kahn, der als möglicher Kandidat der französischen Sozialisten für die Präsidentschaftswahl im kommenden April gehandelt wird, sollte am Sonntag in Berlin zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen.

Strauss-Kahn festgenommen

Video: Strauss-Kahn festgenommen

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Der IWF-Chef saß bereits in einer Air-France-Maschine mit Ziel Paris, als er zehn Minuten vor dem Start von Mitarbeitern der Flughafenbehörde in Gewahrsam genommen und an die New Yorker Polizei übergeben wurde. Die Polizei geht nach Angaben ihres Sprechers Paul Browne davon aus, dass Strauss-Kahn fliehen wollte, da er sein Mobiltelefon zurückgelassen habe.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

15.05.2011, 12:33 Uhr

Wenn die Vorwürfe stimmen, dann ist der franz.Präsidentschaftskandidat nicht nur geil sondern auch ziemlich blöd. Wie kann denn ein solcher Mann nun zum 2.Mal sich solch eine Blöße geben? Ich hoffe nur, daß der Mann aus öffentlichen Ämtern genauso schnell entfernt wird, wie der isrealische Sittenstrolch-Präsident.

sexismus

15.05.2011, 12:37 Uhr

es handelt sich hier um den vorwurf einer (versuchten) vergewaltigung. es wäre schön, wenn auch im handelsblatt eine vergewaltigung von einer "sex-affäre" (siehe überschrift des artikels) klar unterschieden würde.

Rheinschwimmer

15.05.2011, 12:50 Uhr

Bei dem gegenwärtigen Erkenntnisstand gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder handelt es sich um ein persönliches Fehlverhalten des Herrn Strauss-Kahn oder es findet ein politisches Ränkespiel und eine Intrige auf höchster Ebene statt.

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