Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.08.2013

00:47 Uhr

Verteidigungsetat

US-Militär ächzt unter Sparvorgaben

500 Milliarden Dollar soll das US-Militär in den nächsten zehn Jahren einsparen. Verteidigungsminister Hagel malt Drohkulissen und warnt, dass die Streitkräfte dadurch technologisch ins Hintertreffen geraten könnten.

Verteidigungsminister Chuck Hagel spricht im Pentagon über den Verteidigungshaushalt. ap

Verteidigungsminister Chuck Hagel spricht im Pentagon über den Verteidigungshaushalt.

WashingtonDen US-Streitkräften stehen zehn magere Jahre bevor. Verteidigungsminister Chuck Hagel kündigte am Mittwoch Kürzungen der laufenden Kosten um insgesamt 40 Milliarden Dollar und weitere Minderausgaben in Höhe von 50 Milliarden Dollar an. Deshalb werde die aktive Truppe möglicherweise um 70.000 Soldaten und die Reserve um bis zu 65.000 Kräfte verringert. Insgesamt soll das US-Militär in den kommenden zehn Jahren 500 Milliarden Dollar weniger zur Verfügung haben. Schon jetzt gibt es ein Sparprogramm im Volumen von 487 Milliarden Dollar.

Das Ziel von 500 Milliarden Dollar könne aber durch den Abbau unwirtschaftlicher Strukturen und weniger Verschwendung allein nicht erreicht werden. Daher stünden die Streitkräfte vor der Grundsatzentscheidung, Personal abzubauen oder Beschaffungsprogramme abzuspecken. Sollten die anstehenden Entscheidungen gegen Rüstungsprogramme fallen, drohe ein Jahrzehnt ohne Modernisierungen. Werde sein Haushalt wie geplant zusammengestrichen, müssten die Streitkräfte bis zu drei ihrer elf Flugzeugträger einmotten und ihre Truppenstärke weiter reduzieren, sagte Hagel am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Im Ergebnis wäre das US-Militär damit künftig schlecht vorbereitet und ausgerüstet und geriete technologisch ins Hintertreffen, fügte er hinzu.

Generalstabschef warnt vor Kosten: USA diskutieren Syrien-Szenarien

Generalstabschef warnt vor Kosten

USA diskutieren Syrien-Szenarien

Die Rebellen in Syrien verlieren an Boden, der Druck auf Washington wächst. General Dempsey macht klar: Ein bewaffneter Einsatz wäre kostspielig und risikoreich. Nun muss Präsident Obama entscheiden.

Hagel ließ offen, bei welchen Rüstungsvorhaben der Rotstift angesetzt werden soll. Bestimmte Vorhaben könnten aber gerettet werden, wenn die Streitkräfte im Gegenzug Personal abbauten. Präsident Barack Obama werde in den kommenden Monaten entscheiden.

Hochrangige Beamte und Militärs des Verteidigungsministeriums hatten die Ausgaben für Heer, Luftwaffe und Marine einer viermonatigen Prüfung unterzogen. Eine Haushaltssperre im Umfang von 37 Milliarden Dollar, die das Ministerium im März traf, führte bereits zu Kürzungen bei der Ausbildung. Außerdem musste die Luftwaffe ihren Flugbetrieb einschränken. Die Marine konnte mit ihren Schiffen seltener in See stechen.

Hagel sagte, massiv einsparen ließen sich die Ausgaben nur, wenn Hand an die Personalkosten gelegt werde. Sie machten mehr als die Hälfte des Verteidigungsetats von mehr als 500 Milliarden Dollar aus und seien seit Beginn des neuen Jahrtausends 40 Prozent stärker als die Inflationsrate gewachsen.

Das Pentagon verbreitet schon seit einiger Zeit düstere Drohkulissen, was bei derartigen Haushaltskürzungen passieren könnte. Doch betonte Hagel, sein Ministerium übertreibe nicht. „Ich weiß, dass es hier um politische Auseinandersetzungen geht“, sagte der Minister. „Aber das, was wir hier beschreiben, hat nichts mit falschen Warnrufen zu tun oder mit Übertreibungen oder Hype.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×