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19.01.2005

08:34 Uhr

Verteilung der Hilfsgüter noch immer problematisch

Indonesien rechnet mit bis zu 150 000 Toten

Die indonesischen Behörden befürchten mehr als drei Wochen nach der Flutkatastrophe weiter einen dramatischen Anstieg der Opferzahl. „Wir haben schon mehr als 90 000 Menschen begraben. Nach unseren Schätzungen könnten es bis zu 150 000 werden“, sagte Haniff Asmara von der Sozialbehörde der besonders schwer getroffenen Provinz Aceh am Mittwoch.

HB BANDA ACEH. Noch immer würden pro Tag etwa 2 000 Leichen in der Provinzhauptstadt Banda Aceh und der verwüsteten Nordwestküste Sumatras geborgen, hieß es.

Nach den jüngsten Angaben des indonesischen Sozialministeriums kamen durch die Flutwelle etwa 115 000 ums Leben. Rund 700 000 Einwohner verloren bei der Katastrophe ihr Obdach.

Die Verteilung der Hilfsgüter ist laut Asamara wegen zerstörter Infrastruktur und der schwierigen Sicherheitslage durch muslimische Separatisten in der Provinz nach wie vor ein großes Problem. „Allein an der Westküste wurden mindestens 30 Brücken weggespült.“

Der Weltgesundheitsorganisation WHO bereitet derweil weiterhin die Gefahr eine Ausbruchs von Seuchen unter den Überlebenden Sorge. „Manche haben uns vorgeworfen, wir hätten überreagiert. Aber ohne Zahlen nennen zu können, haben wir es immer noch mit einem sehr großen Teil der Bevölkerung zu tun, der sehr großen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt ist“, sagte der WHO-Sprecher in Aceh, Bob Dietz. Besonders achte man auf einen möglichen Ausbruch von Cholera, bereits exisierende Fälle von Malaria und andere durch Wasser übertragbare Krankheiten. Zudem sei die Gesellschaft traumatisiert.

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