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29.04.2011

12:29 Uhr

Verwirrung um Handgepäck-Regeln

Flüssigkeiten weiter nur begrenzt erlaubt

Die EU-Kommission will bei Flügen wieder mehr als 100 Milliliter Flüssigkeiten im Handgepäck erlauben, doch viele Staaten ziehen nicht mit. Die wegen Terrorgefahr eingeführten Regeln dürften nun noch eine Weile gelten.

Seit 2006 dürfen Fluggäste höchstens 100 Milliliter Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen - dabei wird es noch eine Weile bleiben. Quelle: dpa

Seit 2006 dürfen Fluggäste höchstens 100 Milliliter Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen - dabei wird es noch eine Weile bleiben.

Brüssel

Eine erste Lockerung der strikten Handgepäckregeln im Luftverkehr wird verschoben. EU-Verkehrskommissar Sim Kallas verlangte am Freitag einen Aufschub für die neuen Regeln, die Transitpassagieren ab diesem Wochenende das Mitführen von Flüssigkeiten von mehr als 100 Millilitern aus Duty-Free-Shops erlaubt hätte. Der Grund: Die meisten Mitgliedsstaaten wollten aus Sicherheitsbedenken bei der Lockerung nicht mitmachen. Deswegen wäre die Verwirrung für die Passagiere größer gewesen als die Erleichterungen, begründete Kallas seinen Schritt.
Er zog damit die Notbremse, nachdem sich in den vergangenen Tagen das Chaos angekündigt hatte. Denn bis zum Freitag haben nur Deutschland, Dänemark, Finnland und Schweden an ihren Flughäfen neue Geräte installiert, um die Flüssigkeiten zu scannen. Ohne
einheitliche Anwendung der neuen Regeln wäre es für Passagiere kaum nachvollziehbar gewesen, bei welchen Flügen ihre oft teuren Kosmetika oder Flaschen mit Alkohol konfisziert worden wären oder nicht.

Bis wann die Kommission nun die einheitliche Regellockerung erreichen will, blieb am Freitag zunächst offen. Der geplante Schritt ist der erste, um die 2006 aus Sorge vor Terroranschlägen eingeführten Restriktionen abzubauen. Bis 2013, so das von der EU beschlossene Vorhaben, sollen diese auch für innereuropäische Flüge fallen.

Der Flughafenverband ADV begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission, kritisierte aber den Zeitpunkt der Entscheidung. "Die Empfehlung der EU-Kommission zur Aussetzung der Regelung kommt viel zu spät. Deutschland hat sich als einer von wenigen Staaten an die rechtliche Verpflichtung der EU-Kommission gehalten. Dabei hat Deutschland viel Zeit und Geld investiert und bleibt nun darauf sitzen. Jetzt werden die EU-Mitgliedstaaten bestraft, die sich an die Regeln gehalten haben", sagte Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer.


Von

dapd

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