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10.01.2015

04:02 Uhr

Video-Botschaft

Al-Kaida-Ableger droht Frankreich mit neuem Terror

Während Frankreich nach den brutalen Anschlägen noch unter Schock steht, droht ein Al-Kaida-Ableger mit weiteren Terrorangriffen. Eine Videobotschaft schürt die Angst.

Während Frankreich trauert, kündigt ein Ableger der Terrorgruppe Al-Kaida weitere Anschläge an. AFP

Während Frankreich trauert, kündigt ein Ableger der Terrorgruppe Al-Kaida weitere Anschläge an.

ParisDer jemenitische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida hat nach Angaben eines Mitglieds der Gruppe den Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ angeordnet. Damit habe man die Ehre des Propheten Mohammed rächen wollen, hieß es in einer Erklärung, die das Al-Kaida-Mitglied am Freitag der Nachrichtenagentur AP auf Englisch zur Verfügung stellte.

Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris stehe in Einklang mit Warnungen des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden an den Westen vor „den Folgen des Beharrens auf der Blasphemie gegen muslimische Heiligkeiten“, heißt es in der Stellungnahme. Das Al-Kaida-Mitglied sagte, die Terrorgruppe habe sich aus „Sicherheitsgründen“ nicht sofort zu dem Angriff vom Mittwoch bekannt, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.

Die Terrorgruppe hat Frankreich zudem mit weiteren Anschlägen gedroht. Es werde neue Angriffe geben, sollte das Land nicht damit aufhören, den Islam, seine Symbole und die Muslime zu „bekämpfen“, schrieb die Dschihad-Beobachtungsplattform Site am Freitagabend. Sie berief sich auf eine per Video verbreitete Rede von Harith bin Ghasi al-Nadhari.

Anschläge von Islamisten in Frankreich

Dezember 2014

Polizisten erschießen im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours einen Mann, der mit „Allahu Akbar“-Rufen („Gott ist groß“) in ein Kommissariat stürmt und mit einem Messer drei Polizisten verletzt. Die Ermittler gehen von einer radikalislamisch motivierten Tat aus. Der Überfall erinnere an Taten, zu denen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufrufe.

Oktober 2012

Bei einem Anti-Terroreinsatz in mehreren französischen Städten erschießt die Polizei den 33-jährigen Dschihadisten Jeremy Sidney in Straßburg und nimmt elf weitere mutmaßliche Islamisten fest. Sidney und seine Kumpane werden für einen Anschlag auf ein jüdisches Geschäft verantwortlich gemacht.

März 2012

Der Attentäter Mohamed Merah erschießt in einer Mordserie insgesamt sieben Menschen. Unter ihnen waren drei Kinder und ein Lehrer einer jüdischen Schule. Augenzeugen berichten, der Täter habe mit einer Minikamera gefilmt und sei geflohen. Bevor der Mann nach rund 32-stündiger Polizeibelagerung seiner Wohnung bei einer Schießerei getötet wurde, hatte er sich als Al-Kaida-Anhänger und Mudschaheddin (Gotteskrieger) bezeichnet.

November 2011

Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf die Redaktion des französischen Satireblattes „Charlie Hebdo“. Es brachte am gleichen Tag ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien heraus und hatte sich dazu in „Scharia Hebdo“ umbenannt. Als Chefredakteur war „Mohammed“ benannt worden. Das Magazin hatte 2006 die umstrittenen Mohammed-Karikaturen aus Dänemark nachgedruckt und bereits in dem Zusammenhang Drohungen und eine Klage erhalten.

Sollte Al-Kaidas jemenitischer Ableger AQAP wirklich hinter der Attacke stecken, wäre dies sein erster erfolgreicher Anschlag im Westen. Mindestens zwei, bei denen die Terroristen 2009 ein Passagierflugzeug in die Luft jagen und 2010 Pakete mit Sprengsätzen in die USA schicken wollten, waren missglückt.

Augenzeugen der Attacke in Paris am Mittwoch hatten berichtet, dass Said Kouachi - der ältere der beiden Brüder, die in die Redaktion von „Charlie Hebdo“ gestürmt waren, seine Loyalität zu AQAP ausgesprochen habe. Einem jemenitischen Sicherheitsbeamten zufolge soll er 2011 mit Al-Kaida in der Provinz Abjan gekämpft haben. Said und sein Bruder Chérif Kouachi wurden bei einem Schusswechsel mit der Polizei am Freitag getötet.

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