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27.01.2005

21:50 Uhr

Video von Al-Sarkaui-Gruppe - Anschlagsserie setzt sich fort

Vertrauter Allauis im Irak getötet

Am Donnerstag tauchte auf einer islamistischen Internetseite ein Video auf, dass die Ermordung eines Mannes zeigt, bei dem es sich um den Sekretär von Iraks Ministerpräsidenten Ijad Allaui handeln soll.

Im Irak regiert weiter die Gewlt. Foto: dpa

Im Irak regiert weiter die Gewlt. Foto: dpa

HB BAGDAD/KIRKUK. Das Video stamme von der Gruppe des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al-Sarkaui, hieß es. Darauf ist zu sehen, wie der Mann mit dem Namen Salem Jaafar al-Kanani erschossen wird. Vorher sagt er in die Kamera: „Ich rufe alle Iraker auf, insbesondere junge Menschen, die feindlichen Besatzer weder zu unterstützen noch mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Kanani sagte, er habe in der Partei Allauis die am Sonntag geplanten Parlamentswahlen vorbereitet. Al-Sarkauis Gruppe und weitere Moslemextremisten versuchen seit Wochen, die Wahlen mit Anschlägen zu verhindern.

Drei Tage vor den Wahlen im Irak sind bei Angriffen militanter Gruppen am Donnerstag außerdem mindestens zwölf Iraker und zwei US-Soldaten ums Leben gekommen. In der Nähe eines Wahllokals in der nordirakischen Stadt Samarra explodierte ein mit Sprengstoff beladenes Auto. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, wie der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete. Bei Angriffen auf Straßensperren der irakischen Sicherheitskräfte in Mahmudija und Musajib südlich von Bagdad starben nach Polizeiangaben insgesamt vier Polizisten. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt.

In Bakuba riss ein Selbstmordattentäter einen Polizeioffizier mit in den Tod. Neun Menschen, darunter drei Polizisten, wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt. Zu dem Anschlag in Bakuba tauchte auf einer Islamisten-Internetseite ein Bekennerschreiben der Terroristengruppe um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi auf.

Das US-Militär, das am Mittwoch 31 Soldaten bei einem Hubschrauberabsturz in Rutba im Westirak verloren hatte, meldete unterdessen den Tod zweier weiterer Soldaten. US-Truppen wurden am Donnerstag in Rutba in Kämpfe mit Aufständischen verwickelt. Nach Augenzeugenberichten wurden ein Zivilist getötet und drei verletzt. Das US-Militär ging in ersten Stellungnahmen zu dem Hubschrauberabsturz nicht von einem Abschuss aus, sondern brachte ihn mit „schlechten Wetterverhältnissen“ in Zusammenhang.

In der Nacht zum Donnerstag wurde in einem Feldlager bei Bakuba ein US-Soldat getötet. Er sei Schussverletzungen erlegen, die er bei einem Rebellenangriff erlitten habe, teilte das US-Militär mit. Ein weiterer Soldat starb bei einer Attacke in Iskanderija im Süden der irakischen Hauptstadt. In Tikrit kam ein irakischer Übersetzer, der für das US-Militär arbeitete, ums Leben, als ein Sprengsatz unter seinem Wagen explodierte. Im nordirakischen Kirkuk griffen Aufständische drei Schulen an, die als Wahllokale dienen sollen. Es entstand nur Sachschaden.

Der irakische Außenminister Hoschiar Sibari dämpfte unterdessen Erwartungen auf eine hohe Beteiligung bei den Wahlen am Sonntag. „Selbst wenn nur sechs Mill. Wähler teilnehmen würden, wäre die Wahl immer noch rechtens“, sagte der kurdische Politiker im irakischen Fernsehsender Al-Irakija. Sechs Mill. Wähler kämen einer Wahlbeteiligung von 43 % gleich.

Am kommenden Sonntag sind rund 14 Mill. Iraker dazu aufgerufen, ein 275-sitziges Verfassung gebendes Übergangsparlament zu wählen. Außerdem soll bei dem ersten freien Urnengang im Irak seit Jahrzehnten die Zusammensetzung von 18 Provinzparlamenten und die eines kurdischen Regionalparlaments bestimmt werden. Ab Samstag gilt zwischen den irakischen Städten ein Fahrverbot, um den Handlungsspielraum der Extremisten einzuschränken. Terrorgruppen haben mit blutigen Attacken auf Wahllokale und Einrichtungen der Wahlkommission gedroht.

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