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02.01.2007

16:40 Uhr

Video zur Saddam-Hinrichtung

„Sie sollten sich schämen“

Die inoffiziellen Filmaufnahmen von den letzten Minuten Saddam Husseins sorgen weltweit für Empörung. Der britische Vize-Premier sprach von "inakzeptablen" Bildern und forderte Konsequenzen. Die irakische Regierung will nun Ermittlungen einleiten, um das Chaos während der Hinrichtung aufzuklären.

Bild aus der illegalen Handy-Aufnahme: Saddam Hussein wenige Sekunden vor seiner Hinrichtung. Foto: ap ap

Bild aus der illegalen Handy-Aufnahme: Saddam Hussein wenige Sekunden vor seiner Hinrichtung. Foto: ap

HB BAGDAD. Die irakische Regierung will untersuchen, wie ein offensichtlich per Handy aufgenommenes Video von der Hinrichtung des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein zu Stande gekommen ist. Die Regierung wolle herausfinden, wie die Bilder trotz der Anwesendheit von Sicherheitskräften aufgenommen werden konnten, zitierte das irakische Staatsfernsehen einen Sprecher der Vereinigten Irakischen Allianz, die die Mehrheit im Parlament stellt.

Das Video zeigt die Hinrichtung in voller Länge. Die Aufnahmen unterscheiden sich in einem weiteren wesentlichen Punkt von den Film, der von der Regierung am Wochenende veröffentlicht wurde: Auf dem Band ist zu sehen und zu hören, wie der ehemalige Diktator bis zum letzten Moment beschimpft und verhöhnt wird.

„Fahr zur Hölle“

Offenbar hatten Wächter die Anordnung missachtet, kein Mobiltelefon mitzunehmen, sagte Chudajer al-Chusai, amtierender Stellvertreter des Justizministers. Die Regierung werde jeden zur Rechenschaft ziehen, „der die höchsten Ansprüche der Disziplin und des Respekts für den Verurteilten“ verletzt habe. Die Männer skandierten während der Hinrichtung unter anderem den Namen von Moktada al-Sadr, eines der radikalsten Milizanführers der Schiiten, und riefen Saddam zu: „Fahr zur Hölle!“

Der Führer des Sadr-Blocks im Parlament, Nassar al- Rubai, hatte am Vortag erklärt, Sadr-Anhänger hätten ihren Gefühlen freien Lauf gelassen. Die Sadr-Bewegung selbst habe damit nichts zu tun.

Saddam war im Morgengrauen am Samstag gehängt worden. Das illegale Video war am Sonntag aufgetaucht und dann auch ins Internet gestellt worden.

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