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21.10.2011

01:12 Uhr

Videokonferenz

Obama liest Merkel und Sarkozy die Leviten

Die USA befürchten ein Übergreifen der europäischen Krise auf die US-Wirtschaft. Präsident Obama, Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy haben sich einer Videokonferenz kurzgeschaltet.

US-Präsident Obama hofft auf eine Lösung bis zum G20-Treffen Anfang November Reuters

US-Präsident Obama hofft auf eine Lösung bis zum G20-Treffen Anfang November

Washington/Brüssel US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bei einer Videokonferenz über die europäische Schuldenkrise gesprochen. Merkel und Sarkozy hätten die Dringlichkeit der Probleme erkannt und arbeiteten an einer umfassenden Lösung, teilte das US-Präsidialamt mit.

Obama hoffe, dass bis zum G20-Treffen in Frankreich am 3. und 4. November eine Lösung gefunden werde. Der Termin sei ein Schlüsseldatum für die europäischen Staats- und Regierungschefs. Die USA befürchten ein Übergreifen der europäischen Krise auf die amerikanische Wirtschaft.

Ein Streit zwischen Deutschland und Frankreich verzögert den von den Märkten lang erhofften Befreiungsschlag in der Schuldenkrise. Umfassende Schritte zur Eindämmung der Probleme sollen nicht wie geplant auf dem EU-Gipfel am Sonntag fallen, sondern in der kommenden Woche.

Spätestens am Mittwoch sollen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone das Paket bei einem weiteren Treffen beschließen, wie die Regierungen in Berlin und Paris am Donnerstagabend ankündigten.

Mit einem Treffen der Euro-Finanzminister beginnt heute in Brüssel der Sitzungsmarathon zur Eindämmung der Schuldenkrise. Die vordringlichste Aufgabe für Wolfgang Schäuble und seine 16 Kollegen ist die Einigung auf einen Hebel für den Rettungsfonds EFSF.

Zur Rettung Griechenlands und anderer Sorgenkinder muss die Ausleihsumme von 440 Milliarden Euro durch Finanzhebel erhöht werden, ohne dass die Länder mehr Geld geben. Auf dem EU-Gipfel am Sonntag soll dann das Paket geprüft und spätestens bei einem zweiten Treffen am Mittwoch beschlossen werden.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn hat in dem deutsch-französischen Streit über die Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirms EFSF indirekt Deutschland den Rücken gestärkt. Die von Frankreich geforderte Finanzierung des EFSF über die EZB „könnte schwierig werden“, sagte Rehn dem „Handelsblatt“ . „Wir müssen aufpassen, was der EU-Vertrag erlaubt und was nicht“, sagte Rehn. Frankreich fordert, den EFSF über eine Notenbank-Finanzierung schlagkräftiger zu machen. Diese Idee lehnt die deutsche Regierung bislang strikt ab. In Brüssel war die Stimmung gestern auf einem Tief. Kommissionschef Barroso rief die Regierungschefs in Berlin und Paris zu Kompromissen auf.

Kommentare (29)

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Mensch

21.10.2011, 02:18 Uhr

"Kommissionschef Barroso rief die Regierungschefs in Berlin und Paris zu Kompromissen auf."

Barroso schnallt es nicht: Deutschland hat einen halben Bundeshaushalt 211 Mrd Eur/400 Mrd DM auf den Tisch der vertragswidrigen Transferunion gelegt. Dass das Geld weg ist, ist sicher. Zur Erinnerung: die ursprüngliche Forderung Deutschlands war den Maastricht-Vertrag einzuhalten und Griechenland den marktwirtschaftlichen weg in die Pleite gehen zu lassen und gut ist. Jetzt ist mal Schluss mit Bankenappeasement! Und auch Sarko muss lernen, dass Wohlsatnd nicht an der Druckerpresse entsteht!

EuroBonds

21.10.2011, 02:55 Uhr

Es geht längst nicht mehr um Geld . Hier dreht es sich um Menschen in der Welt .
Deutschland gilt als ein Stabilisierungsfaktor und nicht als Zahlmeister . Derzeit glaubt doch die Mehrheit in der Welt das die Fr. Merkel Partei , Deutschland und Europa mit seinem Egoismus ruiniert . Es geht um die Bereitschaft der Zusammenarbeit in Europa .

Bjarki

21.10.2011, 03:24 Uhr

Obama, in den USA glücklos, erfolglos und ohne jedes Konzept, wer hier lebt spürt es jeden Tag. ... liest Merkel, (welche das europäische Problem schlicht auf Kosten der Steuerzahler vergeigt hat)und Sarkozy,(welcher ausser einer Inszenierung der späten Niederkunft verspäteter Eltern, für die Franzosen zur Lachnummer degradiert ist) ... die Leviten.
Ich habe wohl den 11.11. verschlafen, sorry !

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