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19.10.2012

04:54 Uhr

Vier-Augen-Gespräch

Merkel spricht mit Samaras über Griechenland

Die Regierungschefs haben beim EU-Gipfel die Fortschritte Griechenlands gelobt. Damit nicht genug: Der griechische Regierungschef wird Angela Merkel unter vier Augen sprechen. In Griechenland gab es unterdessen Krawalle.

Antonis Samaras verabredete ein Vier-Augen-Gespräch mit Angela Merkel. dpa

Antonis Samaras verabredete ein Vier-Augen-Gespräch mit Angela Merkel.

Brüssel/AthenDie Gespräche beim EU-Gipfel in Brüssel haben sich bis in den frühen Freitagmorgen gezogen. Dennoch wird sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kurz darauf zu einem kurzen Vier-Augen-Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras treffen. Dies verlautete am Rande des EU-Gipfels in Brüssel am späten Donnerstagabend.

Das Treffen werde Freitagmorgen kurz vor Beginn der Beratungen stattfinden, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Merkel war Anfang Oktober in die griechische Hauptstadt Athen gereist.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten haben zum Ende ihrer zehnstündigen Sitzung die Spar- und Reformanstrengungen der griechischen Regierung ausdrücklich unterstützt. „Guter Fortschritt wurde gemacht, um das Anpassungsprogramm wieder in die Spur zu bringen“, schrieben die Staatenlenker in einer am Freitagmorgen in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Sie riefen die griechische Regierung auf, ihre Spar- und Reformpolitik fortzusetzen. Wenn alle Maßnahmen umgesetzt würden, werde dies das Wachstum fördern und den Verbleib Griechenlands in der Eurozone sichern.

Die Euroländer lobten, dass sich Athen und die Gläubiger-Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) diese Woche in wesentlichen Fragen zur Umsetzung des Reformprogramms geeinigt haben. "Wir begrüßen die Entschlossenheit der griechischen Regierung, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, und wir loben die bemerkenswerten Anstrengungen des griechischen Volkes", heißt es in der Erklärung.

Der Bericht der „Troika“ - der Geldgeber - ist immer noch nicht fertig. Die „Chefs“ erklärten, sie erwarteten den Abschluss der laufenden Überprüfung. Wenn der Bericht vorliege, würden die Euro-Kassenhüter die nötigen Entscheidungen treffen. Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich ähnlich: „Wir erwarten, dass Griechenland seine Verpflichtungen erfüllt.“ Damit sei dann auch sichergestellt, dass das Land in der Eurozone bleiben könne. Ein positiver Bericht ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro an das pleitebedrohte Land.

Der Regierungschef des Krisenstaats Griechenland, Antonis Samaras, hatte am späten Donnerstagabend bei dem Spitzentreffen das Wort ergriffen und um Unterstützung der Partner geworben, wie Diplomaten sagten. Er habe zum Beispiel auf den Beschluss seiner Regierung verwiesen, das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre anzuheben.

In Griechenland beteiligten sich unterdessen Zehntausende an Kundgebungen gegen die von der Regierung umgesetzten internationalen Sparauflagen. In Athen kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vermummte bedrängten die Beamten am Syntagma-Platz vor dem Parlament und warfen Brandsätze, die Polizei setzte Tränengas ein. Während der Proteste starb laut Gesundheitsministerium ein 65-jähriger Mann an einem Herzinfarkt.

Krawalle in Athen

Video: Krawalle in Athen

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Die griechischen Gewerkschaften kündigten für den 14. November eine "paneuropäische Mobilisierung" an. Dann soll es auch in Portugal und Spanien Proteste geben.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

19.10.2012, 01:59 Uhr

Eins ist sicher das war nicht der letzte Streik fuer die Griechen,und sollten sich die Spanier solidarisch zeigen und zu den Griechen stehen. Dann wird das ein ganz schoen heisser Winter fuer so manch einer Regierung werden.

olive

19.10.2012, 03:51 Uhr

Richtig. Der griechische Gewerkschaftsführer hat bereits mit den spanischen und portugiesischen Kollegen eine mediteran-breite Aufstandsbewegung für November ins Leben gerufen: EUROPA wird BRENNEN. Und zwar auf ganz natürlichem Weg...von unten nach oben oder von Süden nach Norden...Zuerst fressen die unsere restlichen Rentenreserven auf (nach der Wiedervereinigung) dann noch den übrigen Rest. Die saugen uns richtig aus, weil sie nichts als Meer, Strand, einpaar anschwimmende Wale, die am Sand verenden, Flüchtlinge aus Schwarzafrika, die keinen Zaun mehr vorfinden und am Kenterboot nach EU wollen, gepantschte Olivenöle usw. - weil sie nichts mehr als das haben.

DeutscherMichel

19.10.2012, 04:58 Uhr

Jetzt geht es bergauf mit der EU, dank der deutsch-griechische Achse, in Geheimgesprächen zwischen Merkel und Samaras werden Einzelheiten diskutiert.
Deutschland ist nicht mehr allein!

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