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14.05.2014

10:29 Uhr

Vietnam

Tausende stürmen Firmen wegen Streit mit China

Tausende Vietnamesen haben im Süden des Landes ausländische Firmen gestürmt. Es kam auch zu Brandanschlägen. Hintergrund der gewalttätigen Proteste ist die Ölförderung von China auf von Vietnam beanspruchtem Gebiet.

Der Unmut vieler Vietnamesen entlud sich in Stürmungen von ausländischen Firmen. dpa

Der Unmut vieler Vietnamesen entlud sich in Stürmungen von ausländischen Firmen.

Hanoi/ManilaAus Protest gegen China haben Tausende Vietnamesen am Mittwoch im Süden des Landes ausländische Firmen gestürmt und teilweise in Brand gesetzt. Hintergrund des Aufruhrs sei die Ölförderung der Chinesen in Teilen des Südchinesischen Meers, die von Vietnam beansprucht werden, teilten vietnamesische Behördenvertreter mit.

Betroffen waren demnach auch Firmengebäude von taiwanesischen Konzernen, die für chinesische Unternehmen gehalten wurden. Die Türen der Gebäude seien aufgebrochen und Fenster eingeschlagen worden. Den Angaben zufolge demonstrierten rund 19.000 Arbeiter gegen China.

Nach den Ausschreitungen sind nach Polizeiangaben rund 500 Menschen festgenommen worden. Die Verdächtigen seien auf frischer Tat bei Plünderungen und Brandstiftungen an Fabriken gefasst worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Die chinesische Regierung äußerte ihre "ernste Besorgnis" über die Vorfälle. Peking fordere die vietnamesische Regierung auf, die Ausschreitungen zu stoppen und die Täter zur Verantwortung zu ziehen, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Mittwoch. Die Sicherheit chinesischer Bürger und Unternehmen in Vietnam müsse gewährleistet sein.

China und Vietnam streiten sich seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. Landeskenner vermuten, dass die vietnamesische Regierung in Hanoi die Proteste der Bevölkerung bewusst zulässt und damit ihre eigene Empörung über das chinesische Vorgehen zum Ausdruck bringt.

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