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11.08.2013

20:48 Uhr

Visum erhalten

Snowdens Vater darf nach Russland reisen

Der Vater des Whistleblowers kann seinen Sohn in Russland besuchen. Dank eines Reisevisums darf Lon Snowden nach Moskau reisen. Dort will er mit seinem Sohn Edward und einem Anwalt das weitere Vorgehen besprechen.

Edward Snowden wird Besuch von seinem Vater bekommen. Lon Snowden will seinen Sohn in Russland besuchen und hat dafür nun das entsprechende Visum erhalten. ap

Edward Snowden wird Besuch von seinem Vater bekommen. Lon Snowden will seinen Sohn in Russland besuchen und hat dafür nun das entsprechende Visum erhalten.

WashingtonDer ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden erhält Verstärkung: Sein Vater hat ein Reisevisum für Russland erhalten, um seinen Sohn zu besuchen. Lon Snowden möchte mit ihm mögliche Verteidigungsstrategien hinsichtlich der drohenden Strafverfahren vor US-Gerichten besprechen, wie er und sein Anwalt Bruce Fein am Sonntag mitteilten. Die beiden wollen „sehr bald“ nach Moskau reisen. Das Datum der Reise solle aber nicht veröffentlicht werden. „Wir wollen uns mit Edward treffen und ihm Verteidiger vorschlagen, die Erfahrung mit Spionagegesetzen haben“, ergänzte Fein.

Bisher habe keiner von beiden direkt persönlich mit dem Ex-Geheimdienstmitarbeiter gesprochen, seit er aus den USA geflohen ist und schließlich in Russland Asyl erhalten hat, hieß es. Zudem freuen sich beide den Angaben zufolge, mit Edward Snowden Möglichkeiten einer Rückkehr in die USA zu erörtern. „Wo mein Sohn den Rest seines Lebens verbringen möchte, bleibt seine Entscheidung. Aber ich wünsche mir, dass er irgendwann die Möglichkeit hat, in die USA zurückzukehren“, sagte Lon Snowden.

Die NSA-Spähaffäre und die Causa Snowden

5.Juni

Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass der Handynetzbetreiber Verizon dem US-Geheimdienst NSA auf der Grundlage eines geheimen Gerichtsurteils täglich Informationen zu allen Telefonanrufen innerhalb der USA sowie zwischen der USA und anderen Ländern übermitteln muss.

6. Juni

Berichten der "Washington Post" und des „Guardian“ zufolge dürfen die NSA und die Bundespolizei FBI auf Serverdaten der Internetkonzerne Google, Microsoft, Yahoo, Facebook, Apple, Youtube, Skype, AOL und PalTalk zugreifen. Das geheime Überwachungsprogramm wurde demnach 2007 eingeführt.

9. Juni

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der über Hawaii nach Hongkong geflohen war, gibt sich als Quelle der Enthüllungen zu erkennen. Drei Tage später beschuldigt er Washington, weltweit "hunderttausende Computer" zu überwachen.

21. Juni

Die US-Regierung beschuldigt Snowden der Spionage, des Diebstahls und der illegalen Nutzung von Regierungseigentum. Washington verlangt von Hongkong die Auslieferung des IT-Experten.

23. Juni

Snowden, gegen den inzwischen ein Haftbefehl vorliegt, reist nach Moskau. Sein Reisepass wurde von den US-Behörden ungültig gemacht. Der ecuadorianischen Regierung liegt nach eigenen Angaben ein Asylantrag Snowdens vor. Washington warnt Moskau und Peking vor diplomatischen Konsequenzen.

1. Juli

Putin bietet Snowden ein Aufenthaltsrecht in Russland an, fordert aber, dass der Informant seine Aktivitäten gegen die USA einstellt. Nach Angaben der Plattform „Wikileaks“ hat Snowden in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, um politisches Asyl ersucht.

2. Juli

Mehrere Staaten lehnen Snowdens Asylantrag ab. Nach Ländern wie Deutschland, Österreich, Brasilien, Spanien und Polen erteilen ihm am Tag darauf auch Frankreich und Italien eine Absage.

21. Juli 2013

Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumt ein, es teste ein NSA-Spähprogramm, setze es aber derzeit nicht ein. Der „Spiegel“ berichtet, der BND habe sich für eine laxere Auslegung deutscher Datenschutzgesetze eingesetzt, um den Austausch zu erleichtern.

1 .August

Snowden erhält vorläufiges Asyl in Russland und verlässt den Flughafen. Er darf nun ein Jahr lang im Land bleiben, sein russischer Wohnort wird aus Sicherheitsgründen geheimgehalten.

7. August

US-Präsident Barack Obama sagt ein für Anfang September geplantes Einzeltreffen mit Putin am Rand des St. Petersburger G-20-Gipfels wegen der Spannungen um Snowden ab.

31. Oktober

Unter strenger Geheimhaltung trifft der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele Snowden in Russland. Der Informant habe grundsätzliches Interesse, in Deutschland zur NSA-Spähaffäre auszusagen, sagt Stöbele anschließend.

Allerdings bezweifelt er, dass sein Sohn zu Hause einen fairen Prozess erhalten würde. Die Äußerungen von Präsident Barack Obama, seiner Regierung und Abgeordneten aus beiden Parteien über Snowden seien „absolut verantwortungslos“. Ihre öffentliche Vorverurteilung würde nicht ohne Einfluss auf eine potenzielle Jury bleiben, warnte er.

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hat umfangreiche Details über amerikanische und britische Spähprogramme für Internet und Telekommunikation enthüllt und war von Hawaii über Hongkong nach Moskau geflohen.

Anfang August hatte Russland Snowden dann vorübergehend Asyl für mindestens ein Jahr gewährt. Der Schritt erzürnte die USA, die Snowdens Auslieferung fordern und ihn wegen Spionage vor Gericht bringen wollen. US-Präsident Barack Obama sagte deswegen vor wenigen Tagen ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Waldimir Putin ab.

Von

ap

Kommentare (2)

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burnusa

11.08.2013, 19:04 Uhr

Dieser Vater, der seinem Sohn nicht das Recht auf freie, eigene Lebensgestaltung lassen kann, der ihn öffentlich auffordert, von seinen Aufklärungen abzusehen ist ein Zuhälter der USA und kein objektiver Diskussionspartner. Er möge den sehr charismatischen weil mutigen Sohn seinen Weg gehen lassen ja ihn dabei unterstützen!!!

Account gelöscht!

11.08.2013, 19:08 Uhr

ja, das Thema sollte unbedingt publikumswirksam am köcheln gehalten werden - egal wer das mediale Marketing betreibt.

Privatsphäre und Datenschutz ist ein viel zu wichtiges Thema, als daß es, nachdem die ersten Wogen der Empörung abgeklungen sind, wieder von der Bildfläche verschwindet - OHNE DASS SUBSTANZIELLE FORTSCHRITTE erreicht wurden und OHNE DASS KÖPFE DER VERANTWORTLICHEN DATENVERBRECHER GEROLLT SIND.

Wenn es dafür nötig sein sollte, dann möchte ich auch mehr von Snowdens Freundin, Snowdens Hund, Snowdens was auch immer lesen. Wenn es das Thema im Fokus der breiten Öffentlichkeit hält, dann sind alle Mittel recht, auch Bildzeitungs-Methoden.

DIE SCHLACHT UM DAS INTERNET UND DATENSCHUTZ ist ZU WICHTIG als daß wir sie VERLIEREN können.

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