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26.04.2011

14:29 Uhr

Völkermord an Armeniern in der Türkei

Erdogan reißt Versöhnungsdenkmal ab

Eigentlich sollte es Versöhnung symbolisieren, doch jetzt steht es vor allem für Streit: Präsident Erdogan will das "Denkmal der Menschlichkeit" an der armenischen Grenze abreißen - das ruft heftigen Protest hervor.

Der türkische Ministerpräsident RecepTayyip Erdogan während einer Rede. Quelle: dapd

Der türkische Ministerpräsident RecepTayyip Erdogan während einer Rede.

IstanbulDie türkische Regierung hat nach monatelangem Streit den Abriss eines im Grenzgebiet zu Armenien errichteten Versöhnungsmahnmals begonnen. Das 24 Meter hohe Denkmal, das zwei menschliche Personen darstellt, solle bis zum Abend in 18 Teile geschnitten und abgetragen werden, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das noch unvollendete „Denkmal der Menschlichkeit“ des Künstlers Mehmet Aksoy als monströs bezeichnet und den Abriss gefordert. Es überschatte eine Moschee und eine Grabstätte, sagte er. Das Denkmal steht in Kars, etwa 30 Kilometer von der armenischen Grenze entfernt. Türkische Nationalisten hatten gegen das Mahnmal protestiert, Künstler und Menschenrechtler den geforderten Abriss scharf kritisiert. Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen 1915/16 zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben.

Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei, die Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs ist, allerdings vehement bestritten. Die christlichen Armenier hätten an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden, heißt es in der Türkei. Armenien hat nach längerem Stillstand einen Versöhnungsprozess mit der Türkei im vergangenen Jahr für beendet erklärt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Hugo

26.04.2011, 15:29 Uhr

Die Türkei ist nicht "Rechtsnachfolgerin" des osmanischen Reichs, sondern ging als souveräner Staat ohne politische, rechtliche und wirtschaftliche Bevormundung durch andere Staaten nach den Befreiungskriegen gegen die Triple Entete sowie gegen den Plan eines Großarmeniens, Großgriechenlands, italienischer, französischer und britischer Besatzungszonen in Anatolien hervor. Stichwörter: Verträge von Sévres und insbesondere Lausanne! Verbreiten Sie hier bitte keine Halb- und Unwahrheiten!

Account gelöscht!

26.04.2011, 19:12 Uhr

Erdogan zeigt doch mehr und mehr sein wahres Gesicht.
Mit diesen Islamisten, denn das ist er, wrden wir noch viel Spaß bekommen
Aber auch das geschieht uns ganz Recht.
Wir müssen durch Schmerz lernen

neo

26.04.2011, 21:53 Uhr

Bitte unebedingt anschauen: Die mehrfach ausgezeichnetete (u.a. Deutscher Fernsehpreis, Grimme-Preis ...) Dokmentation "AGHET - Ein Völkermord".

http://aghet-1915.tumblr.com/

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