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06.04.2016

17:09 Uhr

Vojislav Seselj

Anklage will Freispruch von Serbenführer anfechten

Vojislav Seselj soll an Progromen gegen andere Volksgruppen beteiligt gewesen sein. Doch das Uno-Kriegsverbrechertribunal sprach ihn aus Mangel an Beweisen überraschend frei. Die Anklage will das anfechten.

UN-Tribunal spricht serbischen Nationalisten Seselj frei

Video: UN-Tribunal spricht serbischen Nationalisten Seselj frei

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AmsterdamDie Anklagevertretung im UN-Kriegsverbrecherprozess gegen den serbischen Nationalistenführer Vojislav Seselj will dessen Freispruch anfechten. Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag habe zahlreiche Beweise gegen Seselj nicht berücksichtigt, sagte UN-Ankläger Serge Brammertz am Mittwoch.

Das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien hatte den Serbenführer vergangene Woche überraschend in allen Anklagepunkten freigesprochen. Dem 61-Jährigen waren Verbrechen gegen die Menschlichkeit in drei Fällen sowie Kriegsverbrechen in sechs Fällen während des jugoslawischen Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre vorgeworfen worden. Er soll die als „ethnische Säuberungen“ verharmlosten Pogrome gegen andere Volksgruppen beim Aufbau eines „Großserbiens“ angestachelt und bei der Umsetzung unterstützt haben.

Vojislav Seselj: Uno-Tribunal spricht serbischen Nationalisten frei

Vojislav Seselj

Uno-Tribunal spricht serbischen Nationalisten frei

Hat Vojislav Seselj im Bürgerkrieg auf dem Balkan Schuld auf sich geladen? Das Uno-Kriegsverbrechertribunal zum früheren Jugoslawien hat den serbischen Nationalisten freigesprochen. Aus Mangel an Beweisen.

Seselj sagte, er mache sich über die Pläne der Ankläger keine Gedanken. Sie hätten keine rechtliche Grundlage, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich bin der beste Jurist der Welt“, fügte Seselj hinzu, der bei den Parlamentswahlen in diesem Monat für die Serbische Radikale Partei antritt.

Der Freispruch des UN-Gerichts kam unerwartet. Selbst Seselj hatte mit einer Verurteilung zu 25 Jahren Haft gerechnet. Nach dem Urteilsspruch kündigte er an, das UN-Tribunal auf 14 Millionen Euro Schadenersatz zu verklagen – als Ausgleich „für all das Leid, das ich durchgemacht habe“.

Im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 wurden rund 130.000 Menschen getötet. Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wurde 1993 eingerichtet.

Von

rtr

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