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26.09.2014

09:54 Uhr

Volksabstimmung am Sonntag

Schafft die Schweiz die privaten Krankenkassen ab?

Das Gesundheitssystem in der Schweiz steht möglicherweise vor einer der radikalen Reformen: Am Sonntag stimmen die Bürger über die Abschaffung der privaten Krankenkassen ab. Die Befürworter sind nicht chancenlos.

In der Schweiz steht eine wegweisende Volksabstimmung an – dieses Mal betrifft es die Zukunft des Gesundheitswesens. dpa

In der Schweiz steht eine wegweisende Volksabstimmung an – dieses Mal betrifft es die Zukunft des Gesundheitswesens.

BaselMindestlohn, Zuwanderung und nun das Gesundheitswesen – erneut steht in der Schweiz eine wegweisende Volksabstimmung an. Am Sonntag entscheiden die Bürger, ob die 61 privaten Krankenkassen des Landes abgeschafft und durch eine Einheitskasse ersetzt werden. Setzen sich die Befürworter der Initiative durch, wäre die radikalste Reform des Gesundheitssystems der Alpenrepublik die Folge.

Unterstützer des Volksbegehrens sind die Sozialdemokratische Partei (SP), Grüne, Gewerkschaften, Patienten- und Verbraucherorganisationen sowie Berufsverbände des Gesundheitswesens. Sie argumentieren, dass bei einer Abschaffung der privaten Kassen das System für die Patienten vereinfacht, die Krankenkassenprämien gesenkt und Kosten reduziert würden. „Mit der öffentlichen Krankenkasse stoppen wir die Prämienexplosion und bekommen die Kosten in den Griff“, sagt etwa Jacqueline Fehr, SP-Nationalrätin für den Kanton Zürich.

Pro & Contra Gesetzliche Krankenversicherung

Pro: Verteilte Risiken

Solidargemeinschaft von Alten und Jungen, Gesunden und Kranken – die Risiken werden ständig gemischt.

Quelle: wiwo.de

Mitversichert

Kinder und nicht berufstätige Ehegatten sind kostenlos mitversichert

Leistung inbegriffen

Viele Leistungen für Kinder sind bei der GKV vorgeschrieben, die die PKV nicht ohne höhere Beiträge bietet.

Einfache Abrechnung

Pharmafirmen, Ärzte oder Kliniken bekommen feste Kostensätze erstattet – die Leistungserbringer können nicht pokern wie in der PKV und mehrfache Sätze abrechnen.

Moderate Steigerungen

Von politischen Kostensenkungsmaßnahmen oder Kosten-Nutzen-Analysen profitieren die Versicherten, weil so die Beitragssteigerungen moderater ausfallen

Contra: Politik bestimmt

Den Leistungskatalog bestimmt die Politik – das heißt: nichts ist sicher

Festgelegte Beiträge

Die monatlichen Beiträge werden von der Politik festgelegt – Kassen, die gut wirtschaften, können keine niedrigeren Beiträge anbieten

Keine Ideen

Die Politik bremst Kassen aus, die neue Ideen z.B,. bei Kooperationen oder im Krankheitsmanangement realisieren wollen.

Keine Reserve

Die GKV legt keine Altersreserven an, das Geld wird ausgegeben, wie es reinkommt

Wirtschaftsverbände, Krankenkassen, aber auch der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative dagegen ab. „Das bisherige Krankenkassen-System hat sich bewährt. Es garantiert den Menschen eine gute medizinische Versorgung“, sagt Bundesrätin Doris Leuthard von der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP).

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

26.09.2014, 10:43 Uhr

das ist wahre Demokratie ... im Gegensatz zu hier; wo eher die Lokalfürsten und ihre Fußlecker die meistens nicht uneigennütze Richtung durchboxen. Das normale Volk wird ja für zu dumm gehalten ( um nicht zu sagen die "Fürsten" haben meistens Schiß vor Volkes Entscheidung ).

Herr Friedrich Faber

26.09.2014, 10:58 Uhr

Bitte prüft mal Eure Quellen ("Schweiz in Zahlen").
Zürich wirdlaut eigener Statistik im Sept. 2013 mit
397698 Einwohner angegeben.
Quelle: http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/prd/Deutsch/Statistik/Publikationsdatenbank/periodika/Bevoelkerung_Stadt_Zuerich/BEV_3Q_2013.pdf

Ginny Belina

26.09.2014, 11:17 Uhr


Glückliche Schweiz mit ihrer lebendigen Demokratie. Davon können sich unsere Politiker eine Scheibe abschneiden.

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