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06.05.2011

22:38 Uhr

Volksabstimmung

Die Briten behalten ihr altes Wahlsystem

Die Mehrheit der Briten hat sich per Volksabstimmung gegen eine Reform ihres Wahlsystems entschieden. Gleichzeitig wählte die Insel neue Parlamente - mit herben Verlusten für Labour und die Liberaldemokraten.

Premier David Cameron diskutiert mit Gegnern eines neuen Wahlsystems. Quelle: Reuters

Premier David Cameron diskutiert mit Gegnern eines neuen Wahlsystems.

LondonDie Briten haben sich in einem Referendum für die Beibehaltung des Mehrheitswahlrechts ausgesprochen. Ersten Auszählungsergebnissen vom Freitag zufolge stimmten rund 68 Prozent der Wähler gegen eine Änderung ihres Wahlsystems.

Beim Mehrheitswahlsystem gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen im Wahlkreis. Die restlichen Stimmen, vor allem die kleinerer Parteien, verfallen einfach. Das zur Abstimmung stehende, neue System hätte eine Rangfolge unter den Kandidaten ermöglicht und damit auch kleineren Parteien größere Chancen gegeben.

Das Nein zur Reform ist vor allem eine schwere Niederlage für die Liberaldemokraten, die sich für eine Änderung stark gemacht hatten. Die Wähler straften die seit einem Jahr als Junior-Partner mit den konservativen Tories in London regierende Partei außerdem bei parallel stattfindenden gesamtbritischen Kommunalwahlen ab. Dort verloren die Liberalen mehr als 600 Mandate. In einigen Wahlkreisen fuhr die Partei das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Die Regierungspartei von Premierminister David Cameron konnte hingegen rund 80 Sitze hinzugewinnen, die oppositionelle Labour-Partei gar 800. Die Auszählung dauerte in der Nacht zum Samstag noch an.   

Parteichef Nick Clegg bezeichnete den Wahlausgang am Freitag als „bitteren Schlag“. Die Liberalen hätten die „Hauptlast und die Schuld“ für die radikalen Sparmaßnahmen der Koalitionsregierung abbekommen. Seine Partei werde nun wieder aufstehen und ihre „Anstrengungen verdoppeln“. Gleichzeitig betonte er aber, die Koalition mit den Konservativen auf nationaler Ebene werde fortgesetzt. Ins gleich Horn stieß auch Torie-Chef Cameron: „Ich glaube, das britische Volk will nun, dass wir in einer guten, starken, entschiedenen Regierung für die langfristigen Interessen des Landes zusammenarbeiten - Konservative und Liberaldemokraten gemeinsam“

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