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02.11.2011

15:54 Uhr

Volksabstimmung in Griechenland

Anleitung für den Euro-Crash

VonGerd Höhler, Andreas Niesmann, Hannes Vogel, Jan Mallien

Griechenlands Premier Papandreou setzt darauf, dass sein Volk der Euro-Rettung zustimmt. Doch die Ablehnung im Land ist heftig. Banken-Beben, Börsen-Panik, Euro-Crash - was ein Nein der Griechen bedeuten würde.

Griechenlands Premierminister Giorgos Papandreou setzt alles auf eine Karte. Reuters

Griechenlands Premierminister Giorgos Papandreou setzt alles auf eine Karte.

Düsseldorf/AthenMüde verkündeten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy vergangene Woche am Morgen nach dem Euro-Gipfel historische Beschlüsse: Schuldenschnitt für Griechenland, Banken-Rekapitalisierung, neue Finanztricks für den Euro-Rettungsschirm - alles sah nach einem Durchbruch in der Euro-Krise aus. Doch kaum eine Woche später heißt es zurück auf Los: Griechenlands Premier Giorgos Papandreou will sein Volk über die Beschlüsse abstimmen lassen, alle Rettungspläne liegen damit zunächst auf Eis.

Mit seiner einsamen Entscheidung setzt Papandreou alles auf eine Karte. Er spielt dabei mit dem Feuer, denn nun heißt es alles oder nichts: Bereits Freitag um 23 Uhr könnte für Griechenland die letzte Stunde geschlagen haben. Dann nämlich stellt Premierminister Papandreou im griechischen Parlament die Vertrauensfrage. Sollte seine Regierung scheitern oder die Griechen sich auch noch gegen den Schuldenschnitt und die Sparpolitik aussprechen, droht nicht nur Griechenland, sondern der ganzen Euro-Zone ein Desaster.

Premier Papandreou hat einen Masterplan mit zwei Stufen: Mit der Vertrauensfrage, die er am Freitag Abend im Parlament stellt, will der Premier zunächst die rebellischen Abgeordneten in den eigenen Reihen auf Linie bringen. Mit dem Referendum will Papandreou die Griechen im nächsten Schritt zwingen, sich mit der harten wirtschaftlichen Realität zu beschäftigen und die drakonischen Sparmaßnahmen seiner Regierung zu akzeptieren.

Erst im Juni gewann Papandreou ein Vertrauensvotum – mit allen 155 Stimmen, die seine Fraktion damals zählte. Auch heute braucht Papandreou die absolute Mehrheit der anwesenden Abgeordneten. Wenn die Oppositionsfraktionen vollzählig an der Abstimmung teilnehmen, wären das also 151 Stimmen.

Kommentare (38)

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02.11.2011, 15:10 Uhr

Papandreu handelt weise. Die Leidtragenden des Sparpakets wären wiederum die ärmeren 99% der Bevölkerung. Bei einer Annahme durch das Volk dürfte danach nicht gejammert werden, die voraussichtliche Not wäre von einer politischen Mehrheit in Kauf genommen.
Bei allen möglichen Konsequenzen einer Ablehnung durch das Stimmvolk auf den Euro und das Finanzsystem insgesamt - die Demokratie ist höher zu gewichten als die Finanzspekulation.

Wir Schweizer machen nur gute Erfahrungen mit unserer direkten Demokratie und dem Fernbleiben von einer EU-Mitgliedschaft. Warum verschaffen uns die EU-Länder keinen Anreiz und machen einen ökologischen Umbau der gesamteuropäischen Wirtschaft? Hiesse dies weniger Armut und weniger Abzocke in den EU/Euro-Ländern?

Es gibt alternative Wirtschaftsmodelle, welche dieses Finanzsystem von Grund auf überflüssig machen. Wir Schweizer beginnen jetzt regional mit einer Grünen Wirtschaft und werden nie einer unökologischen, asozialen EU/Eurozone, wie dies jetzt leider der Fall ist, beitreten. Das hilft auch den vielen gebeutelten Griechinnen und Griechen.

Die Indianertaktik der Grünen:
http://www.ignoranz.ch/forum/9_4251_3.html

Warum wir nicht locker lassen:
http://www.ignoranz.ch/forum/9_4372_0.html

Occupy Planet Earth forever!

Account gelöscht!

02.11.2011, 15:11 Uhr

Oder noch eine Alternative: Einfach mal alles den Frauen überlassen. Vielleicht regelt sich dann alles.

Account gelöscht!

02.11.2011, 16:05 Uhr

Dieses Land ist eine einzige Freakshow!Und über Italien hat ja Berlusconi schon vor einem Monat die Wahrheit gesagt,jedoch nicht zugegeben, dass er mit seinen 4 Regierungen dafür verantwortlich ist, dass es zu einem Scheissland in den letzten 20 Jahren geworden ist.

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