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15.03.2011

20:57 Uhr

Volksaufstand in Bahrain

Das Militär übernimmt die Macht

Nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mit Toten und Hunderten Verletzten hat der König das Kriegsrecht ausgerufen. In den nächsten drei Monaten regiert das Militär - mit allen Mitteln.

Regierungsgegner in Bahrain: Vor allem schiitische Demonstranten fordern den Rücktritt des Königs. Quelle: dapd

Regierungsgegner in Bahrain: Vor allem schiitische Demonstranten fordern den Rücktritt des Königs.

ManamaDie Lage im Golfstaat Bahrain hat sich am Dienstag weiter zugespitzt. König Hamad bin Isa al Chalifa rief nach Angaben des staatlichen Fernsehens einen dreimonatigen Notstand aus, um die anhaltenden Proteste gegen seine Herrschaft in den Griff zu bekommen. Die Streitkräfte seien ermächtigt worden, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Proteste zu beenden, hieß es in einer Erklärung des Königspalasts.

Unterdessen kam es an mehren Orten im Inselstaat zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Die schwersten Vorfälle ereigneten sich auf der Nebeninsel Sitra. Nach Angaben eines Arztes des örtlichen Krankenhauses erlag dort ein 24-jähriger Demonstrant seinen Schussverletzungen am Kopf. Hunderte seien durch den Einsatz von Schlagstöcken und Schusswaffen verletzt worden, sagte der Arzt.    

Ausländische Truppen stützen Monarchen

Erst Tags zuvor waren unter der Führung Saudi-Arabiens Truppen in das Land gekommen, um die Herrschaft des sunnitischen Königs zu stützen. Vor allem schiitische Demonstranten fordern seit Wochen seinen Rücktritt. Am Dienstag sei ein saudischer Unteroffizier von Demonstranten in der Hauptstadt Manama erschossen worden, hieß es aus saudiarabischen Sicherheitskreisen.    

Bei den nach Bahrain entsandten Truppen handelte es sich den Angaben zufolge um Spezialeinheiten, die dem Golf-Kooperationsrat unterstehen. Die rund 1.000 Soldaten kommen aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten. Bahrain ist ein enger Verbündeter der USA. In dem Königreich ist die 5. US-Flotte stationiert.    

Iran verurteilt Truppenentsendung

Die Entsendung der saudiarabischen Truppen führte auch zu weiteren Spannungen in der Region. Der Iran verurteilte die Entsendung als „inakzeptabel“. Das werde die Krise in dem sunnitisch geführten Königreich nur komplizieren. Iran ist vornehmlich schiitisch geprägt, allerdings unterhält es traditionell keine engen Verbindungen zu den Glaubensbrüdern in Bahrain. Shiiten machen dort die Bevölkerungsmehrheit von etwa 70 Prozent aus.

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