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16.05.2014

10:28 Uhr

Volksentscheid in der Schweiz

18 Euro Mindestlohn – ja oder nein?

VonHolger Alich

Mehr ist besser – scheinen die Schweizer zu denken. Denn das Volk stimmt über einen Mindestlohn von 22 Franken ab. Die Unternehmen fürchten die Kosten, die Politik eine neue Zuwanderungsdebatte.

Gewerkschaften und Schweizer Sozialdemokraten wollen einen Mindestlohn einführen: Mit 22 Franken je Stunde wäre der Schweizer Mindestlohn in absoluten Zahlen der höchste der Welt dpa

Gewerkschaften und Schweizer Sozialdemokraten wollen einen Mindestlohn einführen: Mit 22 Franken je Stunde wäre der Schweizer Mindestlohn in absoluten Zahlen der höchste der Welt

Zürich„Starkes Land. Faire Löhne.“ Mit diesem Slogan und dem Symbol eines kleinen, roten Regenschirms werben Gewerkschaften und die Schweizer Sozialdemokraten diese Tage in Anzeigen und auf Plakaten für die Annahme der Initiative zur Einführung eines landesweiten Mindestlohnes von 4000 Franken pro Monat (in Euro: 3280 Euro) bzw. 22 Franken je Stunde (18 Euro).

„Der Mindestlohn ist das beste Mittel gegen Lohndumping“, argumentiert Christian Levrat, Chef der Schweizer Sozialdemokraten. Derzeit arbeiten rund zehn Prozent der Schweizer Beschäftigten für einen geringeren Lohn.

Die Argumente für einen Mindestlohn sind also exakt die gleichen, mit welchem Levrats deutsche Genossen den Mindestlohn per Koalitionsvertrag durch gedrückt haben. Wie genau ein Mindestlohn auf den Arbeitsmarkt wirkt, hängt primär von der gewählten Höhe ab. Aber selbst Kaufkraft bereinigt liegt der geplante Schweizer Mindestlohn von umgerechnet 18 Euro über jenem in Deutschland von 8,50 Euro.

Die Schweiz in Zahlen

Bevölkerung

Bevölkerung: Acht Millionen, der Anteil von Männern und Frauen liegt bei je 50 Prozent.

Ausländer

Ausländer:1,86 Millionen, 2013 zählte das Land netto 80 000 Zuwanderer.

Durchschnittsalter

Durchschnittsalter der Schweizer: 41, 6 Jahre. Zum Vergleich: Deutsche sind im Schnitt 43 Jahre alt.

Grenzen

Die Landesgrenze bildet die Schweiz mit Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Liechtenstein

Bruttoinlandsprodukt

Bruttoinlandsprodukt: 2010: 574,3 Milliarden Schweizer Franken, 2011: 586,8 Milliarden Schweizer Franken 2012: 593,0 Milliarden Schweizer Franken

Die größten Städte

Zürich (1,2 Millionen Einwohner), Genf (530.000), Basel (500.562), Bern (355.000), Lausanne (342.000), Luzern 211. 000), St. Gallen (151.000)

Sprachen

Sprachen: Deutsch 65,6 Prozent, Französisch 22,8 Prozent, Italienisch 8,4 Prozent, Rätoromanisch 0,6 Prozent.

Mit 22 Franken je Stunde wäre der Schweizer Mindestlohn in absoluten Zahlen gar der höchste der Welt. Auch in relativer Hinsicht wäre der Wert hoch angesetzt; denn die geforderten 22 Franken entsprechen 62,5 Prozent des Schweizer Medianlohns von 35,30 Franken. In Frankreich entspricht der dortige Mindestlohn rund 60 Prozent des Medianlohns. In Deutschland liegt der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro bei 54 Prozent des Medianlohns in West-, aber bei 71 Prozent in Ostdeutschland, hat das Wirtschaftsforschungsinstitut IWH in Halle errechnet.

Kommentare (12)

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16.05.2014, 11:25 Uhr

Wir können stolz sein, dass es wenigestens diese 2 demokratischen Länder in europa gibt (Schweiz, Island).

Mal sehen, was das Volk wirklich will.

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16.05.2014, 11:40 Uhr

Unverantwortlich diese Demokratie, denken sie an die böse Vergangenheit, den Euro, die EU u.s.w. Einfach schrecklich die Selbstbestimmung durch das Volk. Die Schweiz muß in die EU, dann hört das auf.

Account gelöscht!

16.05.2014, 11:42 Uhr

Was hat das jetzt mit Demokratie zu tun? Hier wird in die Vertragsfreiheit zweier Vertragspartner eingegriffen, also zutiefst undemokratisch

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