Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.11.2012

11:11 Uhr

Volksentscheide

US-Wähler für Homo-Ehe, Marihuana und die Todestrafe

Die Wahl zwischen Romney und Obama war nicht die einzige Entscheidung für die US-Wähler. In den Bundesstaten standen insgesamt über 170 Volksentscheide an. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Klarer Fall von Eigenbedarf: In Colorado ist der Besitz kleiner Mengen Marihuana künftig legal. ap

Klarer Fall von Eigenbedarf: In Colorado ist der Besitz kleiner Mengen Marihuana künftig legal.

Los Angeles/San Francisco/Washington/New YorkDie US-Bürger haben nicht nur einen neuen Präsidenten gewählt. In vielen Bundesstaaten standen auch die Gouverneure und Senatsvertreter zur Wahl und spezielle Themen wie etwa die Einführung der Homo-Ehe in Maryland oder die Legalisierung von Marihuana in Colorado und Washington.

In elf Staaten wurde über neue Gouverneure abgestimmt. Vor der Wahl hielten die Republikaner 29 Gouverneursposten und die Demokraten 20. Ein Gouverneur war unabhängig. In den US-Staaten Montana, New Hampshire, North Carolina und Washington scheiden demokratische Gouverneure aus dem Amt. Die Republikaner machten sich Hoffnung, zumindest einige dieser Staaten übernehmen zu können.

In Missouri hatten Unterstützer des demokratischen Amtsinhabers Jay Nixon und des republikanischen Kandidaten Dave Spence einen ungewöhnlich harten Wahlkampf geführt und Millionen Dollar in die Kampagnen investiert. In Indiana deuteten Umfragen darauf hin, dass der Republikaner Mike Pence seinen Parteifreund Mitch Daniels als Gouverneur beerben wird.

Zusätzlich standen in vielen Staaten auch andere Themen auf den Wahlzetteln. Die Wähler in den US-Staaten Maryland und Maine haben sich für die Einführung der Homo-Ehe ausgesprochen. In den Bundesstaaten Colorado und Washington stimmten die Wähler der Legalisierung von Marihuana zu. Und die Mehrheit der Kalifornier will die Todesstrafe im Justizsystem erhalten.

Insgesamt standen in 38 Staaten über 170 Volksentscheide an. „Die Wähler haben gesprochen und wir respektieren ihren Wunsch“, sagte der Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, über die Marihuana-Abstimmung. Dem Sender CNN zufolge verwies er aber darauf, dass die Droge aus Sicht der Bundesbehörden in Washington D.C. weiterhin illegal ist. Auf staatlicher Ebene ist der Besitz kleiner Mengen des Rauschmittels für Konsumenten über 21 Jahren damit nun in Colorado und Washington möglich.

Mit der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in Maryland und Maine ist die Homo-Ehe nun in acht US-Staaten erlaubt. US-Präsident Barack Obama hatte im vorigen Mai Homosexuellen, die heiraten wollen, seine Unterstützung ausgesprochen.

Auch in den US-Senat zieht erstmals ein bekennender homosexueller Politiker ein. Die lesbische Demokratin Tammy Baldwin aus Wisconsin gewann das Rennen um den Posten gegen den früheren republikanischen Gouverneur Tommy Thompson. "Ich bin nicht angetreten, um Geschichte zu schreiben", sagte die 50-jährige Politikerin.

Nach der US-Wahl: Obama reicht den Republikanern die Hand

Nach der US-Wahl

Obama reicht den Republikanern die Hand

Obama wird mit donnerndem Applaus empfangen, doch auf ihn kommen harte Zeiten zu.

Baldwins sexuelle Orientierung war im Wahlkampf kein großes Thema. Dennoch ist ihr Sieg von historischer Bedeutung. Baldwin ist auch die erste Frau, die den Staat Wisconsin im Senat vertritt. Sie wurde 1998 erstmals in den Kongress gewählt und war seither Abgeordnete im Repräsentantenhaus.

In Kalifornien hat die Mehrheit der Wähler gegen die Abschaffung der Todesstrafe ausgesprochen. In einem Referendum stimmten nach Behördenangaben knapp 54 Prozent der Wähler gegen den Vorschlag, die Todesstrafe abzuschaffen und durch lebenslange Haft ohne Möglichkeit der Begnadigung zu ersetzen. Bislang haben 17 US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft.

Derzeit warten in dem Bundesstaat an der Westküste der USA mehr als 700 zum Tode verurteilte Häftlinge auf ihre Hinrichtung. Vollstreckt wurde die Todesstrafe seit ihrer Wiedereinführung 1976 in Kalifornien erst in 13 Fällen.

Noch am Tag der US-Wahl ist im Bundesstaat Oklahoma ein verurteilter Mörder hingerichtet worden. Der 56-jährige Garry Thomas Allen starb nach Behördenangaben durch eine Giftspritze. In seinen letzten Worten vor seinem Tod äußerte sich Allen auch zur US-Präsidentschaftswahl. "Es wird ein sehr knappes Rennen", sagte er nach Angaben eines Sprechers der Strafvollzugsbehörden von Oklahoma.

Nach Angaben des Todesstrafen-Informationszentrums, einer Organisation von Gegnern der Todesstrafe, wurden damit in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten insgesamt 36 Menschen hingerichtet.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Martin-Ls-Nation-Of-Catholizism

07.11.2012, 11:42 Uhr

Richtiges Thema, falsches Bild!

http://www.welt.de/img/ausland/crop110555912/9568721578-ci3x2l-w620/Legal-Kiffen-Kalifornische-Waehler-stimmen-ab.jpg

Alles Piratenthemen übrigens.

DonMuh

08.11.2012, 09:52 Uhr

In USA hat die Hanfprohibition begonnen! In USA wird die Prohibition auch enden!

Wann ist Deutschland dran?

Hanf legalisieren = den Markt für Erwachsene regulieren!


WAS bitte sind am Umgang mit Cannabis die Wesensmerkmale einer Straftat im Sinne der Rechtsauffassung eines freiheitlichen Rechtsstaates?

WIE kann ein freiheitlicher Rechtsstaat Teile seiner Bürger für ein Verhalten zu Kriminellen erklären, welches weder Leben, Gesundheit, Ansehen oder Eigentum eines Anderen Schaden zufügt?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×