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26.06.2013

19:30 Uhr

Von Biggs bis Snowden

Ein Leben auf der Flucht

VonJan Mallien

Edward Snowden hat sich für ein Leben auf der Flucht entschieden. Die US-Behörden werden nicht locker lassen, bis er im Gefängnis sitzt. Vor Snowden gelang bereits anderen die Flucht. Doch sie zahlten einen hohen Preis.

Whistleblower ist immer noch in Moskau

Hat Edward Snowden ein Geheimarchiv?

Whistleblower ist immer noch in Moskau: Hat Edward Snowden ein Geheimarchiv?

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DüsseldorfDer Platz Nummer 17 A bleibt leer, als der Airbus A330 der russischen Fluglinie Aeroflot von Moskau nach Havanna abhebt. Eigentlich soll hier Edward Snowden sitzen – der meistgesuchte Mann der Welt. Doch die Journalisten warten vergebens.

Vor fast vierzig Jahre gab es ein ähnliches Schauspiel. Damals ging es um den meistgesuchten Mann Großbritanniens: Ronnie Biggs. Der britische Kriminalbeamte, Jack Slipper, war eigens ins brasilianische Rio geflogen, um den legendären Posträuber zu verhaften. Doch der Sitzplatz neben Slipper blieb ebenfalls leer. Die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“ hielt den schlafenden Slipper und den leeren Sitz neben ihm in einem legendären Foto fest.

Immer wieder sind berühmte Personen, die auf der Fahndungsliste standen, vor dem Zugriff der Polizei geflohen. Weniger erfolgreich als Ronnie Biggs erging es dem britischen Derivatehändler Nick Leeson. Er trieb mit hochriskanten Spekulationsgeschäften die britische Traditionsbank Barings in die Pleite. Als seine Geschäfte aufflogen, setzte er sich ab. Doch er konnte sich nicht lange den Behörden entziehen. Einige Wochen nachdem er abtauchte, griff ihn die Polizei am Frankfurter Flughafen auf.

Der frühere DDR-Staatschef Erich Honecker suchte nach dem Zusammenbruch der Deutschen Demokratischen Republik Zuflucht in der chilenischen Botschaft in Moskau. Er erhoffte sich Hilfe, da die DDR nach dem Militärputsch in Chile viele politische Flüchtlinge aus dem Land aufgenommen hatte. Nach längerem hin- und her gab die chilenische Regierung jedoch dem Druck der Bundesrepublik nach. Honecker musste die Botschaft verlassen und wurde von Russland an Deutschland ausgeliefert.

Alle Fluchten haben eines gemeinsam: ein tragisches Ende. Anders als Leeson und Honecker schaffte es Ronnie Biggs allerdings rund 35 Jahre lang, sich dem Zugriff der Polizei zu entziehen. Er war der meistgesuchte Mann Großbritanniens und dennoch auch eine Art Volksheld.

In der Nacht vom 8. August 1963 hatte Biggs gemeinsam mit 14 Komplizen den Postzug von Glasgow nach London überfallen. Bei dem Überfall auf den Postzug hatte seine Bande keine Waffen benutzt. Durch ein manipuliertes Signal brachte sie den Zug zum stehen und erbeutete etwa 2,6 Millionen Pfund. Das entspricht einem heutigen Gegenwert von etwa 45 Millionen Euro.

Kommentare (14)

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Lutz

26.06.2013, 20:05 Uhr

Neben dem Politgesindel muss es auch noch Helden geben. Die militärische Überlegenheit der Amerikaner hat sich so fest in ihrer Psyche verankert, dass sie mittlerweile fest davon Ausgehen, sie genüge dem Rest der Welt als Rechtsgrundlage.

Charly

26.06.2013, 22:37 Uhr

Man muss nur die Berichte verfolgen wie die Amis sich aufführen.
Wir wissen mittlerweile alle wes Geistes Kind dieser Ami-Staat ist.
Mittlerweile müssen "lupenreine Demokraten" die amerikanischen Bürger beschützen.

pool

26.06.2013, 22:50 Uhr

Was die Presse am meisten hasst, dass Snowden die Kühnheit besass, dem Kriegstreiber und Folterspezialisten Nr 1. ins Versteck zu folgen, um ihm dann eine Breitseite zu verpassen, die sich gewaschen hat. Über Snowden wird man noch in tausend Jahre Lieder singen. Der Mann ist schon zu Lebzeiten eine Legende geworden.

Snowden hat alles erreicht, was ein Mensch erreichen kann. Und noch viel mehr.

Der Artikel ist suggestiv, kollaborativ und entlarvend, wie versucht wird, aus Snowden einen Verbrecher zu machen. Snowden ist weder ein Bankräuber, noch ein Glücksspieler, noch Honecker der Zweite.

Auch Amnesty steht hinter Snowden. Und Putin hat sich als anständiger Mensch und lupenreiner Demokrat erwiesen.

Alles in allem, eine gute Woche.

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