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08.04.2012

17:47 Uhr

Vor Atomgesprächen

Iran weist Forderungen des Westens zurück

Zündstoff für die anstehenden Atomgespräche mit dem Iran: Laut US-Medienberichten wollen westliche Diplomaten die sofortige Schließung der iranischen Atomanlage verlangen - Erfolg hat diese Forderung nicht gehabt.

Der iranische Präsident Ahmadinedschad bei der Inspektion einer Atomanlage. dpa

Der iranische Präsident Ahmadinedschad bei der Inspektion einer Atomanlage.

WashingtonDer Westen will dem Iran bereits zu Beginn der neuen Atomverhandlungen eine Reihe von harten Forderungen stellen. Demnach soll die Führung in Teheran sofort die unterirdische und lange geheim gehaltene Atomanlage in Fordo schließen und die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent stoppen. Das berichtete die „New York Times“ am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf europäische und amerikanische Diplomaten in ihrer Online-Ausgabe. Entsprechende Forderungen stellte am Sonntag auch Israels Verteidigungsminister Ehud Barak. Dagegen pochte die Führung in Teheran auf ihr Recht, Atomtechnologie für friedliche Zwecke entwickeln und erwerben zu dürfen.

Die iranische Führung hat Forderungen nach Schließung einer Atomanlage und einem Anreicherungsstopp für Uran allerdings zurückgewiesen. Solche Vorgaben seien nicht sinnvoll, sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Ferejdun Abbasi, am Sonntag nach Angaben der Agentur Isna. Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekräftigte seine Position, wonach der Iran sich unter keinen Umständen von seinem zivilen Atomprogramm abbringen lasse.

Die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland ist für Freitag und Samstag geplant. Der Iran stimmte nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders PressTV zu, dass in Istanbul verhandelt wird.

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Vor Beginn der Gespräche zeichnet sich bereits ab, dass der Westen sich auf höher angereichertes Uran sowie die unterirdische Atomanlage Fordo konzentrieren will. Der Westen reagierte besorgt auf die Fähigkeit des Iran, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern. Das erhöht die Möglichkeit, waffenfähiges Uran herzustellen. Für den Bau einer Atombombe müsste Uran auf deutlich mehr als 80 Prozent angereichert werden. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, dass sie unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung Kernwaffen entwickelt. Der Iran bestreitet das.

Auch Israels Verteidigungsminister Ehud Barak verlangte nach Angaben seines Büros, dass der Iran auf 20 Prozent angereichertes Material außer Landes schafft. Gleiche Positionen vertreten Israel und der Westen bei der Atomanlage Fordo. Erst 2009 hatte Teheran die Existenz dieser lange geheim gehaltenen Anreicherungsanlage südlich von Teheran zugegeben.

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