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02.05.2013

11:01 Uhr

Vor dem EU-Gipfel

Barroso und Letta fordern Wachstumssignal

Der EU-Gipfel im Juni soll ein deutliches Zeichen gegen Jugendarbeitslosigkeit setzen. Das fordert Italiens neuer Premier und erhält vom EU-Kommissionspräsidenten Zustimmung. Sie setzen auf Wachstumsanreize.

Italiens neuer Premier Letta mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (rechts). Reuters

Italiens neuer Premier Letta mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (rechts).

BrüsselEU-Kommissionschef José Manuel Barroso und Italiens Regierungschef Enrico Letta haben vom EU-Gipfel im Juni ein Signal für Wachstum und gegen Jugendarbeitslosigkeit gefordert. Die EU-Kommission untersuche derzeit, "was wir zusätzlich für das Wachstum in Europa machen können", sagte Barroso am Donnerstag in Brüssel. Die Umsetzung des bereits beschlossenen EU-Wachstumspakts bleibe hinter den Erwartungen zurück.

"Es wäre wirklich hervorragend, wenn wir - die europäischen Institutionen und die Regierungen - im Juni das Ausmaß stärken könnten, besonders mit einem ambitionierteren Plan für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit", sagte Barroso nach einem Treffen mit Letta. "Der Gipfel im Juni muss klare Botschaften geben im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit", forderte auch dieser. "Das ist ein wahrer Albtraum für Italien und Europa", ergänzte Letta.

So viele Schulden kann sich ein Staat leisten

Der Ökonom

Im Oktober 1990 hat Olivier Blanchard, Professor der Volkswirtschaftslehre am Massachusetts Institute of Technology (MIT), eine alte Frage beantwortet. Wie viele Schulden kann sich ein Staat leisten? Grob unterscheidet er drei Szenarien.

Neutrales Szenario

Das Bruttoinlandsprodukt wächst in einem Jahr um zwei Prozent, ein Land muss auf alle Staatspapiere durchschnittlich zwei Prozent Zinsen zahlen. Das Staatsdefizit ist tragfähig, wenn das Land einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann, also Staatsausgaben gleich Steuereinnahmen sind.

Gutes Szenario

Das Bruttoinlandsprodukt wächst um zwei Prozent, der Staat kann sich günstig refinanzieren und zahlt auf Staatsanleihen weniger als zwei Prozent Zinsen. Das Staatsdefizit ist sogar dann tragfähig, wenn dem Staat weniger Steuern zufließen als er Geld ausgibt.

Schlechtes Szenario

Das Bruttoinlandsprodukt wächst wieder um zwei Prozent, allerdings wollen Investoren mehr als zwei Prozent Zinsen pro Jahr, um ihr Geld dem Staat zu leihen. Das Staatsdefizit ist nur dann tragfähig, wenn die höheren Zinszahlungen über erhöhte Steuereinnahmen in gleichem Umfang gedeckt sind.

In der Europäischen Union sind knapp 5,7 Millionen der unter 25-Jährigen arbeitslos. In Griechenland haben fast 60 Prozent der unter 25-Jährigen keinen Job, in Spanien ist deutlich mehr als jeder Zweite betroffen, und in Portugal und Italien liegt die Quote bei mehr als 38 Prozent. Angesichts von Arbeitslosigkeit und anhaltender Wirtschaftskrise werden besonders im Süden Europas die Rufe nach einer Abkehr vom strikten Sparkurs und nach Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft immer lauter. Auch Letta setzt sich dafür ein.

"Ministerpräsident Letta und ich teilen die Ansicht, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten dringend Maßnahmen zur Förderung von Wachstum und Arbeitsplätzen umsetzen müssen, die unverzichtbar sind", sagte Barroso. "Wir sind auch fest überzeugt, dass anhaltendes Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit nur auf der Basis von gesunden öffentlichen Finanzen geschaffen werden können. Jeder Euro, der für Schulden ausgegeben wird, ist ein Euro, der nicht in Jobs, die Jugend, Unternehmer oder Bildung und Forschung investiert wird."

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Von

afp

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

02.05.2013, 11:12 Uhr

"Ministerpräsident Letta und ich teilen die Ansicht, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten dringend Maßnahmen zur Förderung von Wachstum und Arbeitsplätzen umsetzen müssen, die unverzichtbar sind"

Solange sich das Geld dafür durch "Aktivierung" von Geldsenken beschafft wird, also das Geld welches sich an den falschen Stellen der Volkswirtschaft staut identifiziert und der Stau aufgelöst wird, kann man dem nur zustimmen. Wenn man dafür zum Kreditbetrug greifen möchte, also ungedecktes Falschegld druckt oder nicht rückzahlbare Kredite von Deutschland aufnimmt, ist dem aufs Schärftse zu widersprechen.

Sarina

02.05.2013, 11:19 Uhr

Barroso und Letta fordern Wachstumssignal
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Wieso FORDERN die beiden "Wachstumssignale"? Zumindest Barroso hatte alle Zeit, Einfluss und Macht der Welt, schon längst für nachhaltiges Wachstum gesorgt zu haben! Was hat er denn in Brüssel als Kommissionspräsident in all den Jahren überhaupt geschafft? Da stellt sich dieser feiste Neo-Jakobiner dahin und FORDERT Wachstumssignale (wobei es mit SIGNALEN wohl kaum getan sein kann!)!

und_wie_konkret

02.05.2013, 11:23 Uhr

Es ist immer so witzig: Wachstumssignale. Nur konkret werden sie nicht. Ausser dass sie dafür Geld wollen, möglichst viel Geld.

Wie wäre es mal einen konkreten Plan über den sich nicht die Hälfte der Bevölkerung halbtot lacht, weil er doch nicht funktionieren wird? Und dann über die Finanzierung zu sprechen.

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