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23.06.2012

17:53 Uhr

Vor dem Troika-Treffen

Die Athener Koalition will das Spardiktat aufweichen

Griechenlands Regierung rüstet sich für die Verhandlungen mit der Troika in der kommenden Woche. Alle Koalitionsparteien wollen in der Eurozone bleiben – und greifen dennoch zentrale Punkte der Sparauflagen an.

Eine Statue des griechischen Philosophen Plato vor der Landesflagge. dapd

Eine Statue des griechischen Philosophen Plato vor der Landesflagge.

AthenDie neue Koalitionsregierung in Athen strebt weitreichende Änderungen des mit den Geldgebern vereinbarten Sparprogramms an. Aus dem Text ihres Koalitionsvertrags, der am Samstag in Athen veröffentlicht wurde, geht aber auch hervor: Die drei Koalitionspartner - Konservative, Sozialisten und Demokratische Linke - wollen für den Verbleib Griechenlands im Euroland arbeiten.

An diesem Montag werden in Athen die Kontrolleure der Geldgeber von EU, europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) erwartet. Die Vertreter der sogenannten Troika wollen einen Kassensturz machen und die Beratungen mit der neuen Regierung aufnehmen.

Der neue Ministerpräsident Antonis Samaras kann nach erfolgreicher Augenoperation wohl bald wieder die Arbeit aufnehmen. Auch sein designierte Finanzminister Vasilios Rapanos, der am Freitag vermutlich wegen Übermüdung in Ohnmacht gefallen war und ins Krankenhaus gebracht wurde, scheine auf dem Weg der Besserung, meldeten griechische Medien am Samstag.

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Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) kritisierte, der Koalitionsvertrag sei eine allgemeine und unbestimmte Absichtserklärung der Parteien, die sich in Wirklichkeit für die Fortsetzung des harten Sparprogramms einsetzten.

Die Regierung hat sich viel Arbeit aufgeladen: Sie will eine zweijährige Streckung der Sparauflagen für Griechenland erreichen. Ziel der Regierung sei aber auch, den Weg für „Wachstum einzuschlagen“ und Teile des Sparpakts zu ändern, „ohne dabei den europäischen Kurs des Landes oder seinen Verbleib in der Eurozone Gefahren auszusetzen“, heißt es in der Einleitung des Koalitionsvertrags.

Kommentare (87)

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Edelzwicker

23.06.2012, 17:18 Uhr

Auf die Griechen kann sich kein europäischer Vertragspartner verlassen, deren Ruf ist dermaßen ruiniert, dass es schon obszön klingt, ständig mit ihren "Forderungen" behelligt zu werden. Pacta sunt servanda - Abmachungen und Verträge müssen eingehalten werden, sonst gäbe es in Zukunft gar keine Verstragssicherheit mehr, weil sich jeder mit "Nachverhandlungen" (wo hören die auf?) aus der Affäre ziehen kann. Hier muss von unserer Seite eine ganz klare Kante gezogen werden, sonst beschäftigen uns diese Loser noch in 500 Jahren!

wuetendersteuerzahler

23.06.2012, 17:27 Uhr

Daß es hier überhaupt noch etwas zu verhandlen gibt hat etwas völlig irrsinniges an sich. Die brauchen Geld und möglichst viel; das ist keine Verhandlung sondern eine Forderung. Warum gibt sich die Presse für solche Wortwindungen her - raus mit dem Pack aus der EU

Hellseher

23.06.2012, 17:40 Uhr

Am Ende wird von der "TROIKA" alles akzeptiert, wetten wir?
Die griechische Regierung ist am langen Hebel. Die TROIKA" fürchtet einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone wie den Teufel. Sie wird alle Zugeständnisse machen, alle Warnungen und Ermahnungen sind nur Fassade und Theater.
Die Milliarden werden wiederum fliessen. Das geht so bis Ende nächsten Jahres. Dann wird der neue Bundeskanzler Steinbrück die bisherige Politik Merkels stoppen und sich auch für EUROBONDS einsetzen. Armes Deutschland,du bist mit der ganzen EURO-Affäre betrogen worden!

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