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25.06.2012

14:42 Uhr

Vor der EU-Gipfel

Eurozone droht zu zerbrechen

Die Eurozone ist einer Spaltung gefährlich nah. Während der der Süden Linderungen fordert, verschränkt der Norden die Arme. Vor dem nächsten Spitzentreffen Ende der Woche beherrschen gegenseitige Vorwürfe das Klima.

Bundeskanzlerin Merkel debattiert mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti: Die Gräben zwischen Nord- und Südeuropa werden tiefer. Reuters

Bundeskanzlerin Merkel debattiert mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti: Die Gräben zwischen Nord- und Südeuropa werden tiefer.

BerlinAls sich Griechenlands neuer Regierungschef Antonis Samaras am Samstag einer Augenoperation unterzog, traf er eine für ihn nervenschonende Entscheidung. Denn nach Aussage seiner Ärzte kann er nun nicht am EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel teilnehmen - was ihm einige unangenehme Kommentare zu der Forderung seiner Regierung nach erneuten Entlastungen ersparen dürfte. Denn in Brüssel droht diesmal ein rauer Ton.

Auch wenn viele vor allem auf das Verhältnis zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Francois Hollande schauen: Die eigentliche Gefahr in der Euro-Zone ist heute ein ernster Riss zwischen Norden und Süden. Niemand hat dies deutlicher gemacht als der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, der bei seinem Besuch vergangene Woche in Berlin auf die Einhaltung von Vereinbarungen pochte: „Wir als Länder wie Deutschland, die Niederlande oder Finnland können die Unterstützung für Südeuropa nicht fortsetzen, wenn wir nicht sicher sein können, dass sich die südeuropäischen Länder eben auch daran halten und ihre Haushalte wieder in Ordnung bringen.“

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Dagegen steht das Drängen der Regierungen Italiens, Frankreichs, Spaniens - angefeuert von Großbritannien und den USA -, dass Deutschland und die nördlichen Euro-Staaten ihren Widerstand gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden fallen lassen sollen. Auch in britischen bis griechischen Medien wird der Ton immer härter gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mal mit NS-Vergleichen traktiert, mal als „Terminatorin“ Europas karikiert wird. Das Vierer-Treffen in Rom wirkte wie ein letzter Versuch der romanischen Achse, die Kanzlerin doch noch auf eine Lockerung der Regeln etwa beim Einsatz der Rettungsschirme ESM und EFSF zu bewegen.

Aber die Gereiztheit wächst eben nicht nur am Südrand der Euro-Zone. Vor wenigen Tagen warnte Merkels finnischer Kollege Jyrki Katainen in Berlin, es sei wirklich frustrierend, ein pro-europäischer Politiker in einem Land zu sein, das sich immer an die EU-Regeln gehalten habe. Die Euro-Zone wirke wie kommunizierende Röhren: Je mehr die angeschlagenen Euro-Länder den Eindruck erweckten, sie könnten notwendige Reformen angeblich nicht schultern, desto größer werde der Unmut der Steuerzahler in den Teilen Europas, die schmerzhafte Strukturreformen längst hinter sich gebracht hätten. „Fairness“ soll nach seinen Worten den Zusammenhalt in der Euro-Zone sichern. Die Ministerpräsidenten der Nicht-Euro-Länder Schweden und Litauen, die ihren Bevölkerungen ebenfalls harte Einschnitte zumuten mussten, klingen nicht viel anders.

Kommentare (19)

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Ben-Wa

25.06.2012, 14:55 Uhr

Hoffentlich ist dieser ganze Euroscheiß bald vorbei! Dann wäre die gerade am politischen Horizont sich schmückende EUSSR verhindert! Das wäre zu schön, um wahr zu sein!

Weg mit dem Euro! Nieder mit dieser EU!!

Keep_it_simple

25.06.2012, 14:58 Uhr

Nord- und Südeuro und alle werden glücklich.
So einfach ist das!

jjjjauuul

25.06.2012, 15:01 Uhr

Dann macht endlich diesen RISS!!! Ihr machtgierigen, geistlosen Hyänen!! Angeführt von der AM-Hyäne! In Deutschland wird die DM-eingeführt. In der Schweiz geht es ja auch mit dem SFR und internationalen Konzernen!! Was soll diese Dummhirnwäsche, dass dann die gesamte Wirtschaft zusammenbricht. Und: nehmt das Zinssystem heraus! So einfach ist das! Dann sollte es einen 14. Juli 1789 in Brüssel geben!! Und: in Berlin, Paris. Konzertante Aktionen!

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