Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.05.2012

18:15 Uhr

Vor der Griechen-Wahl

Ein Land zwischen Optimismus und kaltem Krieg

Griechenlands Linken-Chef Tsipras sieht sein Land in einem kalten Krieg mit Europa - setzt aber weiterhin darauf, Mitglied der Eurozone zu bleiben. Sein konservativer Kontrahent Samaras sieht optimistisch in die Zukunft.

Götterdämmerung in Griechenland? dpa

Götterdämmerung in Griechenland?

AthenDer griechische Wahlkampf wird zunehmend von der Stellung des Landes in Europa bestimmt. Knapp drei Wochen vor der entscheidenden Neuwahl des Athener Parlaments am 17. Juni spricht Linken-Führer Alexis Tsipras von einem Kalten Krieg mit Europa. Konservativen-Chef Antonis Samaras blickte nach einem Gespräch mit allen Botschaftern der EU-Staaten am Dienstag optimistisch in die Zukunft.

Tsipras zog einen Vergleich mit den Nachkriegsjahren: „Beide Seiten halten Atomwaffen in den Händen. Unsere Kreditgeber besitzen als Atomwaffe die Einstellung ihrer Zahlungen. Wir dagegen drohen damit, die Begleichung unserer Staatsschulden zu stoppen. Allen ist aber bewusst, drückt einer auf den roten Knopf, dann gibt es keine Sieger. Nur Verlierer“, sagte der Vorsitzende der griechischen Linksradikalen im Gespräch mit „stern.de“.

Tsipras bekräftigte, er wolle im Fall eines Wahlsieges das Sparabkommen zwischen Griechenland und EU-Kommission, Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) aufkündigen. „Die Sparpolitik hat sich als falsches Medikament der Therapie erwiesen. Nicht nur für Griechenland, auch für Portugal, Spanien und Italien.“

Trotz aller Drohungen glaubt der 37-jährige Linken-Politiker nach eigener Aussage nicht, dass Griechenland der Geldhahn zugedreht wird. „Die Euro-Zone stellt eine Kette aus 17 Gliedern dar. Geht eines kaputt, schadet das der ganzen Kette. Europa befindet sich am Scheideweg - wie nach der Krise 1929, die es auf sehr dunkle Wege geführt hat“, sagte Tsipras. Er fordert für sein Land und andere südeuropäische Länder eine Art Marshall-Plan sowie die Ausgabe von Eurobonds.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.05.2012, 18:38 Uhr

Der Herr Tsirpas ist dreist.
Aber er begeht einen Fehler und überschätzt seinen Hebel gewaltig.
Die Finanzprobme sind mit Atombomben überhaupt nicht zu vergleichen.
Wenn er auf den Knopf drückt, dann gehen bei ihm die Lichter wirklich aus.

Und wir tun das was wir immer gemacht haben: sparen.
Aber das ist bei den bereits angehäuften Verbindlichkeiten für uns jetzt sowieso alternativlos.
Nur wenn er auf den Knopf drückt, dann macht das für uns einen Unterschied: das Fass hat auf einmal einen Boden.

EDBxx

29.05.2012, 19:04 Uhr

An der Macht wird Tsirpas als erstes leere Kassen vorfinden und ganz schnell zu einem EU-Gipfeltreffen reisen, um dort Treueschwüre und die gewünschten Unterschriften zu leisten, damit der Geldfluß nicht versiegt. Für die EURO-Länder ist nur wichtig dafür zu sorgen, dass die Kassen auch wirklich leer sind!

pro-D

29.05.2012, 19:31 Uhr

ohweiha,

sollen die GR etwa wieder das Arbeiten beginnen.
Das wäre aber fies.

## Schmeisst die GR aus dem Euro ####

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×