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08.04.2011

18:42 Uhr

Vor der Küste Omans

Piraten kapern deutschen Frachter

Piraten haben vor der Küste Omans den Frachter einer deutschen Reederei gekapert. Die Fregatte "Niedersachsen" wollte helfen, kam aber zu spät. Jetzt sind zehn Menschen in Gewalt der Piraten.

Verschiedene deutsche Fregatten waren schon vor der Küste Somalias im Einsatz - wie etwa die "Rheinland-Pfalz", die hier in Wilhelsmhaven bei dichtem Nebel in den Marinehafen einläuft. Quelle: dapd

Verschiedene deutsche Fregatten waren schon vor der Küste Somalias im Einsatz - wie etwa die "Rheinland-Pfalz", die hier in Wilhelsmhaven bei dichtem Nebel in den Marinehafen einläuft.

DüsseldorfDie deutsche Fregatte "Niedersachen" hatte den Hilferuf gehört - aber als ihr Hubschrauber die „Susan K“ erreichte, war es schon zu spät. In den frühen Morgenstunden hatten mindestens zehn Piraten laut der EU-Marinemission NAVFOR das Frachtschiff der deutschen Reederei „Nimmrich & Prahm“ geentert und in ihre Gewalt gebracht.

Als der deutsche Hubschrauber den Frachter erreicht habe, so ein Sprecher der Marine zu Handelsblatt Online, sei die zehnköpfige Besatzung bereits als Geiseln genommen gewesen. Um das Leben der vier Ukrainer und sechs Philippiner nicht zu gefährden, sei der Einsatz abgebrochen worden. Zum Zeitpunkt des Notrufs war die „Niedersachsen“ rund 100 Seemeilen von dem Frachter entfernt.

Und dann ist die „Susan K“ auch noch nur rund 35 Seemeilen vor der Küste Omans entfernt aufgebracht worden. Der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Frachter war auf dem Weg vom Sudan nach Mumbai in Indien. Die Reederei bestätigte den Angriff, wollte sich am Freitag aber zunächst nicht zu dem Vorfall äußern.

Dass Piraten vielleicht bald wieder erfolgreich zuschlagen würden, hatte sich in den vergangenen Tagen regelrecht angedeutet. Das Internationale Maritime Bureau (IMB) meldete seit Beginn des Monats einen Angriff nach dem nächsten im Golf von Aden oder vor der Küste Somalias. Erst am 5. April hatten Piraten offenbar versucht einen Tanker zu kapern. Nur einen Tag zuvor hatten Sicherheitskräfte an Bord eines Frachters einen Piratenangriff nur durch Warnschüsse in letzter Minute verhindern können.

Ende März hatten Piraten vor der Küste Somalias einen Öltanker mit Panzerfäusten angegriffen und gekapert. Das Schiff war auf dem Weg vom Sudan nach Singapur

gewesen. Das Schicksal der 29 Besatzungsmitglieder ist unklar.

Kommentare (4)

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08.04.2011, 19:08 Uhr

Das ist einfach lächerlich!!! Es muß doch der Fregatte möglich sein, das Ruder aus 5 m Entfernung wegzuschießen und den Frachter bis zu einem geeigneten Hafen an den Haken zu nehmen.
Andererseits ist es wesentlich billiger, jedem Frachter 5 Marinesoldaten mit entsprechender Bewaffnung mitzugeben.

opsat

08.04.2011, 21:44 Uhr

Die Reeder fordern. Aha.
Punkt 1: Flagge von Antigua - bitte dort nach Soldaten fragen.
Punkt 2: Sicherheitsteams an Board hat der Reeder zu bezahlen und nicht die Allgemeinheit. Wenn sich der eine oder andere Transport von Billigmüll aus Fernost nach hier dann nicht mehr rechnet - umso besser. Wir haben KEINERLEI Nachteile davon.

Fritz

08.04.2011, 22:25 Uhr

Die Flagge ist doch völlig uninteressant.
An Bord dieses Schiffes befinden sich Menschen in Lebensgefahr.
Leider wird das in vielen Fällen vergessen.
Nahezu alle Staaten haben sich verpflichtet gegen Piraterie vorzugehen.
Aus dem Engagement der einzelnen Staaten bei der Piraterie-Bekämpfung lässt sich gut ablesen, wie man es denn mit der Einhaltung völkerrechtlich bindender Verträge hält.

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