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13.05.2012

17:41 Uhr

Vor Deutschland-Besuch

Sozialisten attackieren Merkel scharf

Wenig diplomatisch haben die französischen Sozialisten die deutsche Kanzlerin angegriffen. „Wir waren nicht bei der Wahl, um eine EU-Präsidentin namens Frau Merkel zu bekommen“, sagte ein Sprecher - und ging noch weiter.

Sozialisten-Sprecher Benoît Hamon. AFP

Sozialisten-Sprecher Benoît Hamon.

ParisKurz vor dem ersten Deutschlandbesuch des neuen französischen Präsidenten François Hollande hat dessen Partei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. „Wir waren nicht bei der Wahl, um eine EU-Präsidentin namens Frau Merkel zu bekommen, die souverän über das Schicksal aller anderen entscheidet“, sagte der Sprecher von Hollandes Sozialistischer Partei (PS), Benoît Hamon, am Sonntag im Sender France 3. Frankreich poche auf eine Neuverhandlung des europäischen Fiskalpaktes für mehr Haushaltsdisziplin, „damit die Wirtschaft über Wachstum wieder in Schwung kommt“.

Merkel könne „nicht alleine über das Schicksal Europas entscheiden“, sagte Hamon. Die Sparpolitik, auf die der Fiskalpakt setze, habe im Falle Griechenlands „zum Scheitern geführt“ und jetzt breite sich die Krise „in Spanien, in Portugal, in ganz Europa“ aus. Deshalb müsse „Schluss sein mit dem Sparen“, forderte Hamon. Niemand kaufe wegen des Sparkurses in Europa mehr ein. „Wir wollen, dass Frau Merkel diese Botschaft hört, sonst wird der Vertrag (zum Fiskalpakt) nicht ratifiziert.“

Auf die Frage, ob es wegen des Themas das Risiko eines „Zusammenstoßes“ zwischen Paris und Berlin gebe, sagte Hamon, das Risiko liege bei Merkel, die den Vertrag über den Fiskalpakt schnell ratifizieren wolle. „Sie kann sich für Deutschland verpflichten, wozu sie will, aber wir haben ein Mandat des französischen Volkes.“

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Von

afp

Kommentare (44)

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Udo

13.05.2012, 17:57 Uhr

"... aber wir haben ein Mandat des französischen Volkes."

Daran soll sich Frau Murksel ein Beispiel nehmen ...

Account gelöscht!

13.05.2012, 17:58 Uhr

Ich las gerade ein Interview mit Prof. Hankel auf Kopp online. Er geht davon aus, das Hollande nur eine Möglichkeit habe seine Wahlversprechen einzulösen und das sei der Austritt aus dem Euro.

Man kann davon ausgehen, dass die Franzosen richtig Rabatz machen werden, wenn Hollande seine Versprechen nicht einlöst. Von daher sehe ich die Hypothese von Hankel als realistisch an. Damit wird dann der Euro auch offiziell europaweit zu Grabe getragen werden müssen. Und das ist gut so!

Rainer_J

13.05.2012, 18:04 Uhr

Zitat:"Wir waren nicht bei der Wahl, um eine EU-Präsidentin namens Frau Merkel zu bekommen, die souverän über das Schicksal aller anderen entscheidet“, sagte der Sprecher von Hollandes Sozialistischer Partei (PS), Benoît Hamon"

Und Deutschland hat nicht beim Euro mitgemacht, damit sich die FPIGS überschulden und dann Deutschland per ESM und EFSF die Zeche zahlen lassen wollen. Auch sollte der Euro eine stabile Währung sein, wie die EUdSSR hochheilig versprochen hat und jetzt kommt die Inflation, weil die FPIGS Wachstum aus der Druckerpresse wollen. Das dabei der nordeuropäische Sparer (Sparbuch, Lebensversicherung, Riesterrente) der Verlierer ist, stört da nicht. Regeln&Gesetze brechen und Korruption von man nur schaut bei der EUdSSR. Deutschland sollte aus der Fehlkonstriktion Euro aussteigen und dann können die FPIGS damit machen was sie wollen!

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