Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.06.2017

16:23 Uhr

Vor G20-Gipfel in Hamburg

Türkei und Saudi-Arabien wollen über Katar beraten

Insiderinformationen zufolge wollen die Türkei und Saudi-Arabien beim G20-Gipfel in Hamburg über die Katar-Krise sprechen. Ein Treffen zwischen Präsident Erdogan und König Salman sei bereits vereinbart worden.

Der türkische Staatspräsident und Saudi-Arabiens König stehen in der Katar-Krise auf unterschiedlichen Seiten. dpa

Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Staatspräsident und Saudi-Arabiens König stehen in der Katar-Krise auf unterschiedlichen Seiten.

Ankara/IstanbulDie Staatschefs der Türkei und Saudi-Arabiens suchen Insidern zufolge vor dem Hintergrund der Katar-Krise auf dem G20-Gipfel in Hamburg das direkte Gespräch. Das Treffen zwischen Präsident Recep Tayyip Erdogan und König Salman sei am Mittwoch während eines Telefonats vereinbart worden, verlautete am Donnerstag aus dem türkischen Präsidialamt. Die Staaten stehen auf verschiedenen Seiten: Saudi-Arabien gehört zu einer Gruppe arabischer Länder, die Katar isoliert hat, während die Türkei das Emirat unterstützt. Die Regierung in Ankara gab zudem Hilfslieferungen nach Katar bekennt. Medienberichten zufolge werden weitere türkische Soldaten in das Emirat verlegt.

Bei dem Telefonat sei Erdogan mit Salman und dem neuen Kronprinzen Mohammed bin Salman übereingekommen, die Bemühungen um eine Lösung der Krise zu verstärken, hieß es weiter aus den Kreisen. Das G20-Treffen findet Anfang Juli statt. Inzwischen wurden konkrete Hilfsmaßnahmen der Regierung in Ankara für Katar bekannt. Der Zeitung „Hürriyet“ zufolge sollten im Laufe des Tages 25 türkische Soldaten und fünf gepanzerte Fahrzeuge in das Emirat verlegt werden, wo bereits 88 Soldaten stationiert seien. Ihre Zahl könne langfristig auf 1000 steigen. Eine Stellungnahme des türkischen Militärs lag zunächst nicht vor.

Vor G20–Gipfel: Merkel warnt vor nationalen Alleingängen

Vor G20–Gipfel

Merkel warnt vor nationalen Alleingängen

Bei einem G20-Vorbereitungstreffen sprach Kanzlerin Angela Merkel über ihre Erwartungen an den Gipfel. Sie verurteilte nationale Alleingänge. Das Klima auf dem Gipfel könnte für die USA ungemütlich werden.

Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci erklärte, bislang seien 105 Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Katar entsandt worden. Langfristig sei der Transport von Lebensmitteln auf dem Luftweg jedoch nicht sinnvoll, sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Daher seien Lieferungen per Schiff begonnen worden. Die Agentur meldete, bei Tagesanbruch sei ein erstes türkisches Schiff mit etwa 4000 Tonnen Lebensmittel von einem Hafen in der Provinz Izmir ausgelaufen. An Bord seien auch Früchte und Gemüse. Das Schiff werde in zehn Tagen in Doha erwartet.

Saudi-Arabien und eine Reihe anderer arabischer Staaten werfen Katar vor, Extremisten zu unterstützen. Sie haben das Land isoliert. Das Emirat weist die Vorwürfe zurück und wird vom Iran - dem Erzrivalen Saudi-Arabiens - und der Türkei unterstützt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×