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27.01.2013

12:42 Uhr

Vor Gericht

Türkei erlaubt Anwältinnen das Kopftuch

Anwältinnen dürfen in Zukunft in der Türkei vor Gericht ein Kopftuch tragen. Für Richterinnen und Staatsanwältinnen ist das Kopftuch in der Verhandlung jedoch weiterhin verboten.

Die türkische Regierung erlaubt erstmals Anwältinnen das Tragen eines Kopftuchs vor Gericht. dpa

Die türkische Regierung erlaubt erstmals Anwältinnen das Tragen eines Kopftuchs vor Gericht.

AnkaraDie türkische Regierung erlaubt erstmals Anwältinnen das Tragen eines Kopftuchs vor Gericht. Der Staatsrat habe am Freitag nach der Klage einer Anwältin wegen religiöser Diskriminierung das bisher geltende Verbot gekippt, hieß es am Samstag aus Justizkreisen in Ankara. Der Staatsrat, die oberste Verwaltungsbehörde der Türkei, ließ das Kopftuchverbot für Richterinnen und Staatsanwältinnen jedoch in Kraft. Für sie gelte weiter wie für alle anderen Staatsbeamten das Verbot zum Tragen des Kopftuchs.

Der Präsident der Anwaltskammer von Ankara, Metin Feyzioglu, kritisierte die Entscheidung des Staatsrats. Ein Anwalt könne "in einem säkularen Staat seine Funktion als Verteidiger eines Angeklagten nicht erfüllen, wenn er seine religiöse Gesinnung zur Schau trägt", sagte Feyzioglu. Gläubige muslimische Anwältinnen hatten seit Jahren gefordert, auch vor Gericht ihre Haare bedecken zu können.

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Über 26 Änderungen in ihrer Verfassung stimmten am Sonntag die türkischen Wähler ab. Eine deutliche Mehrheit sprach sich für die Reformen aus. Damit macht die Türkei einen Schritt in Richtung EU.

Die Entscheidung fiel einen Tag, nachdem das Parlament in einer stürmischen Sitzung erstmals die Verwendung der kurdischen Sprache vor Gericht erlaubt hatte. Vergangenes Jahr waren hunderte kurdische Häftlinge dafür in einen Hungerstreik getreten. Wie aus Regierungskreisen verlautete, war die Reform eine Bedingung für die Fortsetzung der Verhandlungen mit dem inhaftierten Anführer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan.

Von

afp

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