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18.04.2016

20:16 Uhr

Vor Merkel-Besuch

Kinder bei Raketenangriff in der Türkei getötet

Bei einem Raketeneinschlag in der türkischen Provinz Kilis sind mindestens vier Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. In wenigen Tagen wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Nachbarprovinz besuchen.

In der Türkei werden immer wieder Menschen bei Angriffen oder Anschlägen getötet. Jetzt gab es vier Todesopfer in der Provinz Kilis. dpa

Tote bei Raketeneinschlag in der Türkei

In der Türkei werden immer wieder Menschen bei Angriffen oder Anschlägen getötet. Jetzt gab es vier Todesopfer in der Provinz Kilis.

IstanbulWenige Tage vor der Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins südosttürkische Gaziantep sind bei Raketeneinschlägen in der Nachbarprovinz Kilis mindestens vier Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um drei Kinder und einen Erwachsenen aus Syrien, teilte der Provinzgouverneur mit.

Fünf Syrer und ein Türke seien bei dem Beschuss aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien in Kilis-Stadt verletzt worden. Kilis gehört zu den Regionen mit den meisten syrischen Flüchtlingen in der Türkei.

Der Provinzgouverneur teilte mit, zwischen 14.38 Uhr (Ortszeit/13.38 MESZ) und 16.40 Uhr seien vier Raketen eingeschlagen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, drei Raketen seien in der Nähe des staatlichen Krankenhauses niedergegangen, eine auf einem Feld.

Flüchtlingspolitik: Der EU-Türkei-Aktionsplan

Vereinbarungen für weniger Flüchtlinge

Die Türkei soll der EU dabei helfen, dass weniger Flüchtlinge nach Westeuropa kommen. Das Land ist nämlich für viele Migranten ein wichtiges Transitland. Bereits im November wurden dafür die folgenden Punkte vereinbart.

Grenzschutz

Um die illegale Einreise von Flüchtlingen in die EU zu stoppen, soll die Türkei ihre Seegrenzen zu Griechenland besser sichern. Zudem soll das Land stärker gegen Schleuser vorgehen, die die Flüchtlinge über die Ägäis bringen.

Leben in der Türkei

Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in der Türkei sollen verbessert werden, damit diese gar nicht erst nach Europa weiterreisen. Dabei geht es etwa um eine bessere Gesundheitsversorgung und Bildungschancen für Kinder. In einem ersten Schritt hat die Türkei bereits ein Arbeitsverbot für Flüchtlinge gekippt. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) leben in der Türkei mittlerweile allein 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge.

Geld

Für die Versorgung der Flüchtlinge haben die EU-Staaten der Türkei drei Milliarden Euro zugesagt.

Politische Zugeständnisse

Die EU hat der Türkei zugesagt, die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen und einen möglichen EU-Beitritt zu beschleunigen. (Quelle: dpa)

Bundeskanzlerin Merkel, EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans wollen am Samstag in die an Kilis angrenzende Provinz Gaziantep fliegen. Ihre Reise soll allerdings in die Stadt Gaziantep führen, die rund 45 Kilometer Luftlinie von der syrischen Grenze entfernt liegt. Kilis-Stadt liegt dagegen unmittelbar an der Grenze.

In Kilis-Stadt sind bereits in der vergangenen Woche mehrfach Raketen aus Syrien eingeschlagen. Insgesamt starben dabei zwei Menschen, mehr als 20 wurden verletzt. Die Regierung machte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, deren Stellungen in Nordsyrien die Armee daraufhin beschoss. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte Merkel und die EU-Vertreter nach seinen Angaben ursprünglich am vergangenen Samstag in Kilis treffen wollen.

Von

dpa

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