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18.02.2012

16:26 Uhr

Vor Referendum

US-Drohnen kreisen über Syrien

Einen Militäreinsatz schließen die USA aus. Doch US-Drohnen für Aufklärungszwecke kreisen bereits über Syrien. Bringen sie das Assad-Regime zur Räson? Bisher wurden die Angriffe auf Regimegegner fortgesetzt.

Oppositionelle bei einer Beerdigung von vermeintlichen Regimeopfern in Syrien. Reuters

Oppositionelle bei einer Beerdigung von vermeintlichen Regimeopfern in Syrien.

DamaskusDie USA sollen über Syrien bereits mehrere unbemannte Flugzeuge im Einsatz haben. „Eine ganze Reihe“ von Drohnen beobachte Angriffe der syrischen Armee auf die Oppositionsbewegung und Zivilisten, berichtete NBC News am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf einen Mitarbeiter im US-Verteidigungsministerium. Außerdem solle die Kommunikation im syrischen Militär und der Regierung aufgezeichnet werden. Die Luftüberwachung sei aber keine Vorbereitung für einen Militäreinsatz der USA gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

Die Gewalt in Syrien erfasst inzwischen auch immer mehr Viertel der Hauptstadt Damaskus. Aktivisten berichteten, am Samstag hätten Angehörige der Sicherheitskräfte im bürgerlichen Stadtteil Messe das Feuer eröffnet, als Tausende von Menschen drei am Vortag getötete Regimegegner zu Grabe trugen. Ein Teilnehmer der Trauergemeinde sei erschossen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Der regimetreue TV-Kanal Al-Dunja behauptete, ein von Aktivisten bei der Beerdigung in Messe gedrehtes Video sei eine in Katar hergestellte Fälschung, bei der man den Schnee, der am Samstag in Damaskus fiel, mit Watte nachgestellt habe.

In Damaskus und Aleppo, den beiden größten Städten des Landes, war es in den ersten Monaten des Aufstandes gegen Assad, der im März 2011 begonnen hatte, relativ ruhig geblieben. Erst in den letzten Wochen nahmen die Protestaktionen und Zusammenstöße in beiden Städten zu.

Aktivisten veröffentlichten unterdessen ein Video, das angeblich eine in Damaskus neu gegründete Brigade von Deserteuren mit dem Namen „Märtyrer der Hauptstadt“ zeigt. Der Anführer der komplett vermummten kleinen Gruppe sagt in dem Video, sein Trupp sei Teil einer größeren Brigade, die sich dem Kommando der Freien Syrischen Armee unter Oberst Riad al-Asaad unterstellt habe.

Syriens Präsident Bashar Assad (rechts) mit Chinas Vize-Außenminister Zhai Jun. dpa

Syriens Präsident Bashar Assad (rechts) mit Chinas Vize-Außenminister Zhai Jun.

Assad traf am Samstag mit dem chinesischen Vize-Außenminister Zhai Jun zusammen, der ihn aufforderte, echte Reformen einzuleiten. Das für kommenden Freitag geplante Verfassungsreferendum könne ein erster Schritt sein, erklärte der chinesische Gast nach dem Gespräch. Er forderte die Konfliktparteien auf, ihre Angriffe einzustellen. Vor seiner Abreise traf er noch mit Vertretern der sogenannten legalen Opposition in Damaskus zusammen. Der Oppositionelle Luai Hussein sagte der Nachrichtenagentur dpa anschließend, er habe Zhai gesagt, absolute Priorität habe die Beendigung der Gewalt durch das Regime. Der Chinese habe ihm gesagt, er habe die syrische Führung aufgefordert, alle Militäroperationen zu beenden.

Syrische Aktivisten berichteten, die Armee habe am Samstag erneut die Stadt Homs unter Beschuss genommen. Razzien und Festnahmen wurden unter anderem aus Damaskus, Deir as-Saur und Daraa gemeldet. Es hieß, bis zum Nachmittag seien landesweit sieben Menschen getötet worden. Das syrische Staatsfernsehen strahlte derweil kurze Spots aus, in denen einzelne Paragrafen des Verfassungsentwurfs vorgestellt wurden. Er sieht unter anderem ein Ende der Monopolstellung der regierenden Baath-Partei vor.

Kommentare (6)

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Thomas-Melber-Stuttgart

18.02.2012, 18:40 Uhr

Aha. Soviel zur Achtung der Hoheitsrechte eines souveränen Staates. Und: es sind wohl Drohnen des US-Militärs, nicht der CIA.

Pendler

18.02.2012, 20:24 Uhr

Die Medien bereiten sich auf den Irankrieg vor
Samstag, 18. Februar 2012 , von Freeman um 12:05

Es sieht so aus, wie wenn die US-Medien darüber informiert sind was demnächst passieren wird und sie bereiten sich deshalb auf den Angriff gegen den Iran vor. Laut einem Bericht aus Tel Aviv sollen die grossen amerikanischen TV-Anstalten und Nachrichtenagenturen geeignete Plätze für ihre Live-Reportagen auf Hausdächern anmieten und die technischen Einrichtungen installieren. Auch soll ein Besucher eines Nachrichtenstudios die Grafiken, Landkarten und Logos für den Krieg gesehen haben, die bereits erstellt wurden. Diese Vorbereitungen erinnern sehr an den Vorlauf zum Irakkrieg 2002/2003.


RechtundGesetz

18.02.2012, 22:12 Uhr

Nun man muss das so sehen.
Da lassen sich eben diese Gangster von Xe.Services besser steuern.
Das muss doch jeder vernünftige Mensch ein sehen.
Solch friedliebende Leute müssen doch dort unterstützt werden, muss man doch verstehen, die haben doch nur die Demokratie des Landes im Sinn, nicht eine Vorbereitung auf einen Krieg mit dem Iran.
Wer kommt denn auf so böse Gedanken.
Und wenn eben dabei ein paar Tausend Zivilisten drauf gehen, wen kümmert das denn.
Sind doch alles humanitäre Einsätze.

Für so blöd halten die uns die Amerikaner, die glauben wirklich wir seien alle schon so verblödet, dass wir nicht sehen würden was hier passiert.

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