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17.02.2012

08:19 Uhr

Vor Schließung

Feldlager in Kundus wird ausgebaut

Das Feldlager in Kundus soll voraussichtlich Ende 2013 aufgegeben werden. Trotzdem will die Bundeswehr davor noch erhebliche Summen in das Camp investieren und sogar erweitern, so ein Medienberichtet.

Ein Versorgungskonvoi verlässt das Feldlager in Kundus. dpa

Ein Versorgungskonvoi verlässt das Feldlager in Kundus.

BerlinTrotz der geplanten Schließung des Feldlagers im nordafghanischen Kundus 2013 will die Bundeswehr noch etliche Millionen Euro in das Camp investieren. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind Infrastruktur-Maßnahmen in Höhe von fast 20 Millionen Euro bereits beschlossen. Alleine der Bau von sechs neuen Unterkünften durch die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) soll 8,18 Millionen Euro kosten. Ein viertes Stabsgebäude, das ebenfalls die GIZ errichten soll, schlägt mit 2,5 Millionen Euro zu Buche. In die Erweiterung des Rettungszentrums sollen 1,27 Millionen Euro fließen.

Deutschland plant nach Informationen der dpa im Rahmen des Abzugs aus Afghanistan, das zivil-militärische Wiederaufbauteam (PRT) in der Unruheprovinz Kundus Ende 2013 aufzugeben. Über eine weitere Verwendung wird derzeit mit den Afghanen beraten. Bis 2014 sollen die afghanische Armee und Polizei im ganzen Land die Verantwortung für die Sicherheit von den internationalen Truppen übernehmen.

Vor der Schließung soll die Fläche des Feldlagers zudem weiter ausgedehnt werden. Zu den ebenfalls bereits beschlossenen „Baumaßnahmen Nordwesterweiterung“ zählt etwa die Eingrenzung für 1,1 Millionen Euro. Teils größere Summen sollen unter anderem in den Neubau der Feuerwache, in Sicherungsanlagen, in ein Wasserflaschenlager und in die „Neugestaltung“ des Haupttores des Camps investiert werden. Neben diesen Baumaßnahmen sind weitere Investitionen in das Feldlager grundsätzlich beschlossen, die genaue Umsetzung muss aber noch geprüft werden. In diese Kategorie fällt etwa die Erweiterung des Fernmeldezentrums für 966.000 Euro.

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan hat nach jüngsten Angaben der Bundesregierung in den vergangenen zehn Jahren 6,1 Milliarden Euro gekostet. Für Wiederaufbau und Entwicklung des Landes stellte Deutschland weitere 1,7 Milliarden Euro bereit.

Die Bundeswehr hat bereits mit dem Abzug aus Afghanistan begonnen. Die zulässige Truppenstärke sank zu Monatsbeginn erstmals von 5.350 auf 4.900 Soldaten. Bis Januar 2013 soll die Obergrenze um weitere 500 Soldaten verringert werden.

Derzeit sind im Rahmen der Afghanistan-Schutztruppe Isaf nach Angaben der Bundeswehr rund 4.800 Soldaten am Hindukusch im Einsatz. 2014 sollen die meisten ausländischen Soldaten abziehen. Verbleibende Truppen sollen allerdings weiterhin die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte unterstützen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

17.02.2012, 08:45 Uhr

Warum in drei Teufelsnamen wird hier deutsches Steuergeld verbrannt???
Wen 2013 dieses Lager aufgegeben wird?
Wer ist zuständig für diese Steuermittelverschwendung?
Bitte Ross und Reiter nennen, um ihm diese Kosten von seinem Privatvermögen einzufordern.
Danke

Koboldo

17.02.2012, 10:02 Uhr

Es ist wirklich zum Verzweifeln und ein typisches Beispiel dafür, dass wir nicht auf den Sparwillen der Politik hoffen dürfen. Das Tolle hier ist ja noch, dass in ein paar Jahren die Taliban drin hocken...!

Account gelöscht!

17.02.2012, 10:43 Uhr

eigentllich bedarf es einer haushaltsrechtlichen ermächtigung des deutschen bundestags. der bundesrechnungshof sollte sich dieser sache annehmen.

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