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07.04.2012

02:13 Uhr

Vor Truppenabzug

Syrische Armee intensiviert Kampf gegen Opposition

In Syrien hat sich die Lage verschlimmert. Nur vier Tage, bevor die syrische Führung die Truppen abziehen will, beschoss sie mehrere Oppositionshochburgen, berichten Vertreter und Rebellen, 27 Menschen starben.

Dieses Amateurfoto zeigt offenbar ein Massengrab in Taftnatz. dapd

Dieses Amateurfoto zeigt offenbar ein Massengrab in Taftnatz.

Vertreter der Rebellen meldeten am Freitag den Beschuss dreier Städte und den Tod von mindestens 27 Menschen, darunter Soldaten, Rebellen und Zivilisten. Die Kämpfe trieben die Flüchtlingszahlen auf Rekordhöhe: Allein am Donnerstag suchten nach offiziellen Angaben 2800 Syrer Schutz in der Türkei.

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, auf dessen Initiative die Waffenstillstandsvereinbarung zurückgeht, forderte weitreichende Schritte, alle Formen der Gewalt bis zum kommenden Donnerstag zu beenden. An dem Tag sollen die Waffen schweigen.

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Die Regierung will mit dem Abzug ihrer Soldaten aus drei Kampfgebieten begonnen haben.

Nach Angaben der syrischen Opposition nahmen Panzer die Städte Duma nahe Damaskus, Homs und Rastan unter Beschuss. „Gestern Abend drangen Panzer nach Duma ein, zogen dann ab und kehrten heute früh um 7.00 Uhr zurück. Duma wird seit dem Morgen beschossen“, berichtete ein Regierungsgegner.

Mindestens fünf Panzer und zehn Busse mit Milizionären seien in der Stadt. Nach Mitteilung der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden allein in Homs mindestens zehn Menschen getötet.

Tote habe es auch in Duma und in der nördlich von Aleppo gelegenen Stadt Anadan gegeben. In mehreren Städten sei es zudem wieder zu Demonstrationen nach den Freitagsgebeten gekommen.

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Die Welt blickt mit Sorge auf den Syrien-Konflikt - und das hat gute Gründe: Wegen der geografischen Lage und der politischen Bedeutung des Landes kann jede weitere Eskalation die gesamte Region destabilisieren.

Aus der Provinz Idlib im Nordwesten des arabischen Landes wurde der Beschuss von Ortschaften gemeldet, was den Flüchtlingsstrom in die Türkei anschwellen ließ.
Die Armee zerstöre Häuser, berichtete ein Bewohner der Kleinstadt Kastanas. „Die Armee fordert die Menschen zum Verlassen ihrer Häuser auf. Wenn sie sich weigern, greift sie die Häuser mitsamt Bewohnern an.“

Wer noch nicht in die benachbarte Türkei geflohen ist, harrt im Grenzgebiet auf eine Gelegenheit zur Flucht.

Kommentare (2)

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07.04.2012, 08:04 Uhr

Der syrische Diktator betreibt weiterhin Massenmord an seiner Bevölkerung. Und die Welt schaut zu, weil menschenverachtende Regierungen in Rußland und China ihn nicht stoppen wollen.

Thomas-Melber-Stuttgart

07.04.2012, 08:18 Uhr

Ab Donnerstag hat die syrische Regierung die Waffenruhe zugesagt, und im Mai gibt es Wahlen. Haben sich die rebellen denn schon zur Niederlegung der Waffen geäußert? Wie kann es sein, daß die USA und arabische Staaten ungestraft die Rebellen materiell gegen alle Beschlüsse der UNO ausrüsten?

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