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24.09.2012

21:50 Uhr

Vor UN-Debatte

Iranischer Präsident redet Israels Drohungen klein

Am Mittwoch soll der umstrittene iranische Präsidenten Ahmadinedschad vor der Uno-Vollversammlung reden. Bereits am Montag äußerte er sich zu den Angriffsdrohungen Israels - und las den westlichen Staaten die Leviten.

Ahmadinedschad: Sind auf Verteidigung des Landes vorbereitet

Video: Ahmadinedschad: Sind auf Verteidigung des Landes vorbereitet

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New YorkIrans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die israelischen Angriffsdrohungen wegen des Atomprogramms seiner Regierung heruntergespielt. "Ich denke nicht, dass diese Drohungen von grundlegender Bedeutung sind", sagte Ahmadinedschad am Montag vor Journalisten in New York. Das iranische Volk sei aber bereit, sich zu verteidigen.

Ahmadinedschad charakterisierte Israel als eine Fußnote der Geschichte. "Den Iran gibt es seit sieben, zehntausend Jahren", sagte er. "Sie (die Israelis) halten dieses Gebiet seit 60 bis 70 Jahren besetzt mit Unterstützung und Gewalt des Westens. Sie haben hier keine historischen Wurzeln."

Der Staat Israel wurde 1948 gegründet. Israel befinde sich in einer Sackgasse und versuche mit immer neuen Abenteuern, daraus zu entkommen, sagte Ahmadinedschad. "In einer Phase der Geschichte, stellen sie eine minimale Störung dar, die ins Bild kommt und dann beseitigt wird."

Ahmadinedschad spielte auch auf das Atomwaffenarsenal Israels an, das den Besitz nicht offiziell bestätigt. Die westlichen Mitglieder des Sicherheitsrats schwiegen zu diesem Thema, "während sie sich gleichzeitig dem wissenschaftlichen Fortschritt anderer Nationen in den Weg stellen", sagte er.

Ahmadinedschad soll am Mittwoch bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung reden. Bereits vor dem Auftakt der Generaldebatte am Dienstag ging Ahmadinedschad mit den im UN-Sicherheitsrat vertretenen westlichen Staaten hart ins Gericht. Der iranische Präsident warf den USA, Frankreich und Großbritannien vor, mit ihrem Einsatz für internationale Sanktionen wegen des Atomprogramms "die Rechte und Freiheiten anderer Staaten" zu verletzen. Das Vetorecht dieser Länder im Sicherheitsrat sei somit nicht gerechtfertigt.

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Der Westen wirft dem Iran vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten und belegte das Land bereits mit umfangreichen Wirtschaftssanktionen. Teheran weist dies zurück und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Israel, das sich von einem nuklear bewaffneten Iran in seiner Existenz bedroht sieht, drohte bereits mehrfach mit einem Militärangriff gegen die iranischen Atomanlagen.

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Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten unterdessen neue europäische Sanktionen gegen den Iran. Es sei an der Zeit, den Druck auf das Land weiter zu erhöhen, schrieben die Außenminister der drei Staaten an ihre EU-Kollegen und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in einem Brief, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Die neuen Sanktionen könnten sich demnach gegen die Sektoren Energie, Finanzen, Handel und Verkehr richten.

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