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23.09.2011

18:05 Uhr

Vor Uno-Mitgliedschaftsantrag

Ein Palästinenser bei Unruhen erschossen

Die Auseinandersetzungen vor dem erwarteten Antrag einer Uno-Mitgliedschaft Palästinas haben an Schärfe zugenommen: Im Westjordanland wurde ein Palästinenser erschossen. 22.000 Israelische Beamte sollen im Einsatz sein.

Palästinenser werfen Flaschen auf einen Militärturm in der West Bank. dpa

Palästinenser werfen Flaschen auf einen Militärturm in der West Bank.

JerusalemDie Auseinandersetzungen im Westjordanland vor dem erwarteten Antrag der Palästinenser auf Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen haben am Freitag ein Todesopfer gefordert: Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten und Siedlern wurde ein Palästinenser erschossen. Rund 200 Siedler hätten zuvor in der Nähe des Dorfes Kusra Bäume entwurzelt und verbrannt, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, der den Zwischenfall beobachtete. Daraufhin seien sie von Dorfbewohnern mit Steinen beworfen worden. Israelische Sicherheitskräfte setzten Tränengas und scharfe Munition ein. Auch Siedler eröffneten das Feuer.

Das 35-jährige Opfer sei tödlich im Genick getroffen worden, teilte ein palästinensischer Arzt mit. Ein weiterer Palästinenser wurde verwundet und vom Militär mitgenommen.

Zuvor lieferten sich Dutzende palästinensische Demonstranten vor der mit Spannung erwarteten Rede des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas vor den UN Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften. Sicherheitskräfte gingen am Kontrollposten Kalandija mit Tränengas gegen Steine werfende Palästinenser vor. Im Dorf Nabi Sale verbrannten Demonstranten israelische Flaggen und Poster von US-Präsident Barack Obama. Viele trugen einen in den UN-Farben bemalten Stuhl, der ihr Streben nach Anerkennung eines unabhängigen Staats symbolisieren sollte. Auch aus dem Dorf Bilin wurden Auseinandersetzungen gemeldet.

Aus Sorge vor Unruhen im Zuge des Antrags Abbas' auf UN-Vollmitgliedschaft hatte Israel im Vorfeld massiv Sicherheitskräfte im jüdischen Staat und im Westjordanland stationiert. Rund 22.000 Beamte seien im Einsatz, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Von

dapd

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

24.09.2011, 08:54 Uhr

Es wird nicht enden 22. September 2011 – כ״ה באלול תשע״א



„Es wird nicht enden, wenn wir nicht mit einander sprechen“, hat man uns Jahre lang erklärt. Die Behauptung der israelischen Linken war, der Weg zur Lösung des Nahostkonflikts liege im Dialog. Der Gang der Palästinenser zur UNO markiert nun das Ende des Dialogs und den Versuch, Israel einen Palästinenserstaat in gefährlichen Grenzen aufzuzwingen…

Von Ronen Shoval

Die zentrale Frage heute lautet, in welchen Rahmen man die Geschichte des Ganges der Palästinenser zu den Vereinten Nationen setzt. Denn wie man eine Geschichte rahmt, ist sehr viel wichtiger für die Wahrnehmung als die Bestandteile der Geschichte selbst.

Account gelöscht!

24.09.2011, 08:55 Uhr

22. September 2011 – כ״ה באלול תשע״א

http://www.hagalil.com/archiv/2011/09/22/kampf-um-den-rahmen/

Account gelöscht!

24.09.2011, 10:40 Uhr

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Aber sicher doch du Schaf,

deine Frage sollte eher lauten, warum fühlen sich selbst deine Ultrarechten einen Abbas zu solchen Schritten zu zwingen.

Meint ihr die Menschheit ist blind und taub.
Meint ihr die Betroffenen sind blind und taub.

Ihr habt euch dazu verleiten lassen genug Unrecht und Hass für die nächsten 200 Jahre zu säen. Ihr werdet euch jetzt vor den Konsequenzen nicht mehr drücken können. Das Projektil hat den Lauf verlassen.
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