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05.05.2012

02:49 Uhr

Vor Wahlen

Tödliche Ausschreitungen in Kairo

Im erbitterten Kampf um Macht lieferten sich das Militär und Demonstranten in Kairo blutige Kämpfe. Fast vierhundert Demonstranten wurden verletzt, ein Soldat wurde getötet.

Demonstranten in Kairo flüchten vor Tränengas. Reuters

Demonstranten in Kairo flüchten vor Tränengas.

KairoDrei Wochen vor der Präsidentenwahl in Ägypten ist bei erneuten Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Kairo ein Soldat getötet worden. Mindestens 373 Menschen wurden nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums verletzt.

Die Sicherheitskräfte versuchten mit Wasserwerfern, Tränengas und scharfer Munition, die Demonstranten vom Marsch auf das Verteidigungsministerium abzuhalten. Tausende Demonstranten hatten den regierenden Militärrat am Freitag erneut aufgefordert, die Macht an eine zivile Regierung zu übergeben.

Wenige Stunden nach Ausbruch der Straßenkämpfe verhängte der Militärrat ein Ausgehverbot im Stadtteil Abbasija und benachbarten Vierteln. Dieses gelte ab 23.00 Uhr (Ortszeit) für acht Stunden, hieß es. Zudem kündigte der Militärrat an, diejenigen, die an den Straßenschlachten beteiligt gewesen seien, zur Rechenschaft zu ziehen.

Verletzte nach Ausschreitungen in Kairo

Video: Verletzte nach Ausschreitungen in Kairo

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Panzerwagen riegelten mehrere Straßen ab, mindestens zwei U-Bahn-Stationen wurden geschlossen, Militärhubschrauber kreisten über dem Ort der Zusammenstöße. Mehr als 170 Personen seien festgenommen worden, verlautete aus Sicherheitskreisen. Auch mehrere Journalisten wurden in Gewahrsam genommen oder verletzt.

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) vom Freitag wurden in den vergangenen drei Tagen während der Berichterstattung über die Ausschreitungen in Kairo mindestens 18 Journalisten angegriffen, verletzt oder festgenommen.

Am Mittwoch waren bei Gewaltausbrüchen in Kairo neun Menschen ums Leben gekommen. Wie es zu der Eskalation kam, blieb zunächst unklar. Demonstranten zufolge handelte es sich bei den Unruhestiftern um angeheuerte Schlägertypen oder Polizisten und Soldaten in Zivil. Das Militär habe stundenlang nichts unternommen, um die Gewaltausbrüche zu beenden.

Von

dapd

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