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11.04.2012

08:39 Uhr

Vorbereitungen laufen

Clinton warnt Nordkorea vor Raketenstart

US-Außenministerin Hillary Clinton warnt Nordkorea vor einem Raketenstart. Doch Pjöngjang beeindruckt das wenig und treibt die Vorbereitungen für den Abschuss des angeblichen Wettersatelliten weiter intensiv voran.

Nordkoreas Rakete wird betankt

Video: Nordkoreas Rakete wird betankt

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Pjöngjang/WashingtonUS-Außenministerin Hillary Clinton hat Nordkorea davor gewarnt, wie angekündigt in wenigen Tagen einen Satelliten mit einer Rakete ins All zu schießen. „Wenn Nordkorea eine friedliche, bessere Zukunft für sein Volk will, sollte es keinen weiteren Start unternehmen“, sagte Clinton am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem japanischen Amtskollegen Koichiro Gemba in Washington. Ein solcher Raketenstart bedeute eine „direkte Bedrohung der regionalen Sicherheit“ und wäre ein „ernster und klarer Verstoß“ gegen geltenden Resolutionen des Weltsicherheitsrats.

Die USA und Japan verbinde ein starkes Interesse an Stabilität auf der koreanischen Halbinsel, sagte Clinton. „Und wir glauben, dass Stärke und Sicherheit nicht aus weiteren Provokationen, sondern daraus erwachsen, dass Nordkorea seinen Zusagen und Verpflichtungen nachkommt.“ Die USA und Japan vermuten, dass die kommunistische Führung Nordkoreas den Satellitenstart nur als Vorwand nehmen will, um eine Interkontinentalrakete zu testen, mit der auch Atomsprengköpfe transportiert werden könnten.

Ungeachtet dieser internationalen Warnungen treibt Nordkorea die Vorbereitungen für den Start weiter voran. Die Rakete werde derzeit betankt, sagte der Leiter des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums, Paek Chang Ho, am Mittwoch vor ausländischen Journalisten. Wie lange der Vorgang dauere, sagte er nicht. Auch zum Zeitpunkt des Starts äußerte er sich nicht. „Das werden meine Vorgesetzten entscheiden.“

Nordkorea will die Rakete Unha-3 zwischen Donnerstag und nächstem Montag starten. Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Nach offiziellen Angaben soll sie einen Wettersatelliten ins All bringen, Nachbarstaaten und die USA vermuten aber einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch Alaska erreichen könnte.

Der Start würde die Ansicht stützen, dass Nordkoreas Führung verbesserte Beziehungen mit dem Rest der Welt „als eine Bedrohung ihres Systems betrachtet“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag in Annapolis. „Und die jüngere Geschichte deutet sehr stark darauf hin, das weitere Provokationen folgen könnten.“ In Südkorea, das nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird bereits vermutet, dass neben dem Raketentest auch ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist. Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden.

Kommentare (8)

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Harald

11.04.2012, 08:57 Uhr

Die USA denken tatsächlich sie wären die Herrscher dieser Erde und könnten anderen Nationen etwas vorschreiben. Sie selber dürfen alles tun, aber anderen wollen sie die weitere Entwicklung verbieten! Es ist unerträglich geworden, was diese Amerikaner sich herausnehmen! Und wir halten auch noch alle ganz still!

general

11.04.2012, 09:55 Uhr

Ein nordkoranischer Atomschlag auf Alaska wird an dieser Lage allerdings auch nichts ändern.

Tracy57

11.04.2012, 11:07 Uhr

TRACY:
@Anonymus
Absolut richtig. Gleiches Recht für alle. "Wettersatelliten" aus aller Welt surren um den Orbit. Warum dann nicht koreanische?
Übrigens gilt das auch für Israel. Warum darf dieses Land, nur weil man meint bedroht zu sein Atomwaffen haben? Ebenso Pakistan. Aber ein Land wird boykottiert und gedrängselt, weil man UNBEWIESEN behauptet, es spiele mit Neutronen herum...
Ja ja, es gibt ein paar Länder und Kulturen, die spielen sich als Heilsbringer auf...
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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