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18.06.2011

12:55 Uhr

Vorbild Frankfurt

Russland will zur Finanzmacht aufsteigen

Russlands Präsident Medwedew will Moskau zu einem internationalen Finanzzentrum wie Frankfurt und London ausbauen. Der Rubel soll zur alternativen Reservewährung zum Dollar und Euro aufgebaut werden.

Russlands Präsident Dimitri Medwedew will in Moskau ein international bedeutendes Finanzzentrum aufbauen. Quelle: dpa

Russlands Präsident Dimitri Medwedew will in Moskau ein international bedeutendes Finanzzentrum aufbauen.

St. PetersburgRussland will bis Ende dieses Jahres die Gründung eines internationalen Finanzzentrums in Moskau nach den Vorbildern Frankfurt und London beschließen. „Das wird ein ernster Beitrag zur Entwicklung der Finanzindustrie und der globalen Wirtschaftsentwicklung“, sagte Kremlchef Dmitri Medwedew am Samstag in St. Petersburg.

Ein internationales Arbeitsgremium aus Großbanken zur Entwicklung des Finanzplatzes kündigte auf dem Wirtschaftsforum in Petersburg an, dass Ende Oktober, Anfang November die Gründung des Vorhabens offiziell besiegelt werden könne. Medwedew sagte außerdem, dass russische Wertpapiere künftig nur nach internationalen Standards auf den Markt gebracht werden dürften. Eine entsprechende Anordnung habe er dem Finanzministerium und der Regierung übermittelt.

Präsident Medwedew hatte bereits 2008 auf dem Wirtschaftsforum von der Gründung eines russischen internationalen Finanzzentrums gesprochen. Russland will außerdem den Rubel als alternative Reservewährung zum Dollar und Euro aufbauen. Das Wirtschaftsforum in St. Petersburg ging am Samstag nach drei Tagen zu Ende. Mehr als 5000 Wirtschaftsvertreter aus 50 Ländern hatten an dem Treffen teilgenommen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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18.06.2011, 18:34 Uhr

Wenn ein solcher Vorschlag aus Peking käme, würden es Sinn machen, darüber nachzudenken. Ein Land, das seine Nachbarn mit dem Gas- und Ölhahn dirigieren und bedrohen möchte - die Weißrussen und Ukrainer können inzwischen ein Lied davon singen -, in dem die Reste der kultur- und rechtstragende Zivilgesellschaft unter Putin nahezu ausgerottet wurden und wo bandenähnliche undurchsichtige, korrupte Konglomerate von Staatsdienern, reginalen Drahtziehern, Räubern, Schutzgelderpressern, Betrügern und Totschlägern den Ton angeben und in dem seit 15 Jahren wirtschaftliche und innovative Stagnation und nur der permanente Raubbau an Natur und Bodenschätzen herrscht, ist wohl der letzte Platz, wo sich ein auf Vertrauen in kontinuierliche Rechtsstaatlichkeit und internationale Vertragstreue angewiesenes Finanzwesen entwickeln könnte, das sich primär erst einmal auch qualitativ von den traditionellen Standorten unterscheiden müßte, um anziehend zu wirken. So lange Russen mit schweren Geldköfferchen in der Welt rumziehen, um irgend welche sonstigen Industrien zusammenzukaufen und russische Einflüsse in nationalen Volkswirtschaften zu implementieren, ist und bleibt Medwedjews Ansinnen Propaganda. Wird Russland z. B. an den Verhältnissen in der Schweiz gemessen, so erübrigt sich jeder weiterer Kommentar!

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