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13.01.2016

13:52 Uhr

Vorfall in Hoheitsgewässern

Iran lässt US-Soldaten frei

Der Iran hat im Persischen Golf zwei Boote der US-Marine festgehalten. Die Schiffe waren in Hoheitsgewässer des Landes eingedrungen. Nun haben die USA und Teheran den Vorfall diplomatisch gelöst.

Die Außenminister beider Länder, John Kerry (rechts) und Mohammed Dschawad Sarif, waren nach dem Zwischenfall in ständigem Kontakt. Das ist nicht selbstverständlich. dpa

Nach Atomabkommen

Die Außenminister beider Länder, John Kerry (rechts) und Mohammed Dschawad Sarif, waren nach dem Zwischenfall in ständigem Kontakt. Das ist nicht selbstverständlich.

Teheran Der Iran hat zehn nach einem Vorfall in seinen Hoheitsgewässern festgehaltene US-Soldaten wieder freigelassen. Das gaben die iranischen Revolutionsgarden in einer Erklärung am Mittwoch bekannt. Die US-Soldaten waren den Angaben zufolge am Dienstag auf zwei Marinebooten bis zu zwei Kilometer weit in die Hoheitsgewässer des Irans eingedrungen. Daraufhin wurden Boote wie Soldaten festgesetzt. Der Iran wertete den Vorfall nicht als Spionage, sondern ging von einem technischen Defekt des Navigationssystems als Ursache aus. Auch die beiden Schiffe wurden wieder freigegeben.

Die zehn Soldaten, darunter eine Frau, wurden an einen sicheren Ort gebracht, wie der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, General Ali Fadawi, sagte. Die Außenminister beider Länder, John Kerry und Mohammed Dschawad Sarif, seien nach dem Zwischenfall in ständigem Kontakt gewesen, sagte der General iranischen Medien weiter.

Wirtschaftsstandort Iran – Geschäfte am Golf

Wirtschaft

Iran ist den meisten in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem als Rohstoffland bekannt. Dort lagern die weltweit drittgrößten Erdöl- und die zweitgrößten Erdgasreserven. Weitere wichtige Sparten sind die Textilwirtschaft, die Autoproduktion und der Bausektor. Die Wirtschaft gilt als zentralisiert, schreiben mehrere Think Tanks. Religiöse Stiftungen kontrollieren demnach rund 80 Prozent der Wertschöpfungskette.

Handel

Wegen zahlreicher Embargos des Westens gegen Iran ist der Handel mit Deutschland stark eingeschränkt. Deutsche Unternehmen verkauften laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertags 2014 Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro in die Islamische Republik. Vor den Sanktionen waren es noch zwei Milliarden mehr. Nur noch rund 80 deutsche Firmen haben dort eine offizielle Niederlassung.

Der Iran und die USA haben seit mehr als 35 Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Seit gut zwei Jahren haben sich die Außenminister beider Länder aber im Rahmen der Atomverhandlungen mehrmals getroffen. Nach dem Atomabkommen vom 14. Juli 2015 arbeiten die Minister auch für eine diplomatische Lösung des Syrien-Konfliktes zusammen.

Von

dpa

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