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18.06.2014

19:45 Uhr

Vormarsch von Isis

Irak-Konflikt droht Nachbarstaaten hineinzuziehen

Erfasst der Irak-Konflikt bald die regionalen Großmächte? Der Iran will heilige schiitische Stätten schützen, Saudi-Arabien warnt vor Einmischung von außen. Im Irak erobern die Isis-Islamisten eine Raffinerie.

Keine iranischen Truppen in den Nachbarstaat: Im Irak ziehen schiitische Stämme gegen die Isis-Islamisten in den Kampf. ap

Keine iranischen Truppen in den Nachbarstaat: Im Irak ziehen schiitische Stämme gegen die Isis-Islamisten in den Kampf.

Bagdad/DubaiDer Irak-Konflikt droht sich zu einer Konfrontation zwischen den regionalen Großmächten Iran und Saudi-Arabien auszuweiten. Irans Präsident Hassan Ruhani kündigte am Mittwoch an, sein Land werde nicht zögern, die heiligen Stätten der Schiiten im Nachbarland zu schützen. Es hätten sich zahlreiche Freiwillige gemeldet, um „die Terroristen in ihre Schranken zu weisen“. Der saudiarabische Außenminister Saud al-Faisal warnte kurz darauf vor einer Einmischung von außen, ohne ausdrücklich Bezug auf den Iran zu nehmen. Im Irak selbst setzte die radikale Sunniten-Gruppe Isis ihren Vormarsch fort und brachte die wichtigste Ölraffinerie des Landes größtenteils unter ihre Kontrolle.

Der Iran ist die regionale Schutzmacht der Schiiten, die die Bevölkerungsmehrheit im Irak stellen, Saudi-Arabien die der Sunniten. Eigentlich schienen beide Staaten zuletzt daran interessiert, nach Wegen zu einer Überwindung ihrer langjährigen Rivalität zu suchen.

Allerdings droht die Blitzoffensive der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (Isis) den Irak entlang seiner religiösen Grenzen zu spalten. Da sie größere Gebiete in Syrien kontrolliert, könnte ein sunnitischer Gottesstaat quer über die Grenze hinweg entstehen. Am Mittwoch lieferten sich Isis-Kämpfer Gefechte mit der irakischen Armee nahe Samarra nördlich von Bagdad, wo ein wichtiger schiitischer Schrein steht. Zudem hat die Gruppe angekündigt, Nadschaf und Kerbala erobern zu wollen, zentrale Stätten des schiitischen Islams seit dem Mittelalter.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Ruhani nannte im iranischen Fernsehen namentlich die Schreine in Kerbala, Nadschaf, Kadhimija und Samarra, die sein Land vor „Mördern und Terroristen“ schützen werde. Am Samstag hatte er noch erklärt, seine Regierung habe keine Truppen in den Irak geschickt und werde dies wohl auch nie tun. Westliche Diplomaten gehen indes davon aus, dass der Iran Militärberater entsandt hat. Der saudische Prinz Faisal erklärte in Dscheddah, die legitimen Forderungen des irakischen Volkes und der Wunsch nach nationaler Einheit müssten erfüllt werden, ohne dass die politische Agenda von außen bestimmt werde. Der Konflikt trage immer mehr die Züge eines Bürgerkriegs, sagte der Minister bei einem Treffen arabischer und muslimischer Regierungsvertreter.

Kommentare (1)

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20.06.2014, 16:05 Uhr

Steht der Irak vor der völligen Zerstörung durch den Westen

Unter Saddam Hussein gab es keine radikal islamischen Terroristen.
Es war ein säkularer Staat worin alle Religionen friedlich miteinander auskamen.
Der Irak hatte den höchsten Lebensstandard unter den arabischen Ländern, die Bevölkerung genoss ein sehr gutes soziales System, gute Schuldbildung und vor allem Sicherheit!

Es gab eine wohlhabende Mittelschicht.
Es ist schwer für Aussenstehende sich jetzt vorzustellen, der Irak war früher ein blühendes, funktionierendes und friedliches Land.

Mit den aktuellen Ereignissen, der Eroberung von irakischen Gebieten durch die mörderischen Banden der ISIS, die von Syrien her kommen und von Washington und den Golfstaaten rekrutiert, ausgebildet, finanziert und bewaffnet werden, ist die nächste Stufe der Zerstörung des Irak eingeleitet.

Es ist unglaublich wie der Westen es immer wieder schafft, mit Lügen in den Propagandamedien die Weltmeinung zu täuschen, es gehe um "Demokratie und Menschenrechte", um den Schutz der Bevölkerung. Die angloamerikanischen Finanzverbrecher die hinter allem stecken haben mit ihrer endlosen Gier nach Weltherrschaft nur eines im Sinn, Streit, Krieg, Elend und Tod zwischen den Völkern zu verursachen.

Wie lange lassen wir uns das noch von Washington gefallen?

Ist Deutschland von den USA besetzt und keiner weiss es?

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