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10.10.2011

00:54 Uhr

Vorwahlen in Frankreich

Hollande und Aubry müssen in die Stichwahl

Bei den Vorwahlen über den Präsidentschaftskandidaten der französischen Sozialisten kommt es am kommenden Sonntag zur Stichwahl zwischen François Hollande und Martine Aubry.

Martine Aubry kandidiert für die Sozialisten. Reuters

Martine Aubry kandidiert für die Sozialisten.

ParisFür Ex-Parteichef Hollande stimmten nach Auszählung von gut zwei Dritteln der Stimmen 38,8 Prozent der Wähler, für seine Nachfolgerin Aubry 30,6 Prozent, wie die Partei mitteilte. Das Endergebnis soll am Montag bekanntgegeben werden.

Der 57-jährige Hollande warb noch am Sonntagabend um Unterstützung für die Stichwahl. Parteichefin Aubry sagte, mit den Vorwahlen hätten die Sozialisten einen „Vorgeschmack“ auf ihr gutes Team für die Präsidentenwahl geliefert. Sie habe die Chance, als erste Frau in Frankreich Präsidentin zu werden.

Nach Hollande und Aubry kam Arnaud Montebourg vom linken Parteiflügel mit 17,4 Prozent überraschend auf den dritten Platz. Die sozialistische Präsidentschaftskandidatin bei der Wahl 2007, Ségolène Royal, landete laut den Teilergebnissen mit 6,8 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem vierten Platz, vor Manuel Valls (5,7 Prozent) und Jean-Michel Baylet (0,6 Prozent).

Francois Hollande, Kandidat der Sozialisten. AFP

Francois Hollande, Kandidat der Sozialisten.

Hollandes frühere Lebensgefährtin Royal nannte ihr Ergebnis „sehr enttäuschend“. Eine Wahlempfehlung für die Stichwahl gab sie vorerst nicht ab. Es ist das erste Mal in der Geschichte Frankreichs, dass eine Partei ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl in Vorwahlen bestimmt. Nach Angaben der Partei vom späten Sonntagabend gaben fast 2,5 Millionen Wähler ihre Stimme ab.

Die Beteiligung habe die Hoffnungen der Sozialisten bei weitem übertroffen, sagte Interims-Parteichef Harlem Désir, der wegen der Präsidentschaftskandidatur von Aubry vorübergehend an der Spitze der Partei steht. Es handele sich um ein „historisches Ereignis“. Die Sozialisten hatten im Vorfeld auf mindestens eine Million Teilnehmer gehofft. An der Vorwahl teilnehmen konnten alle wahlberechtigten Franzosen, die sich zu den Werten der Sozialisten bekennen und mindestens einen Euro spendeten.

Die Präsidentschaftswahl findet im kommenden Frühjahr statt. Meinungsumfragen zufolge hätten sowohl Hollande als auch Aubry gute Aussichten, Amtsinhaber Nicolas Sarkozy abzulösen. Wie der für die Vorwahl verantwortliche Rechtsanwalt Jean-Pierre Mignard am Sonntagabend mitteilte, will er am Montag gegen 11.30 Uhr das Endergebnis verkünden. Erst dann seien „98 bis 99 Prozent“ der Ergebnisse ausgezählt.

Von

afp

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