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03.02.2015

20:37 Uhr

Vorwürfe durch die Nato

Russland soll Panzer an Separatisten geliefert haben

Wieder einmal erhebt die Nato Vorwürfe in Richtung Russland: Der Kreml soll schwere Waffen, darunter auch moderne Panzer, an die Separatisten in der Ost-Ukraine geleifert haben. Wieder einmal streitet Russland das ab.

Ukrainische Soldaten nahe Donezk. Die Nato wirft Russland vor, die Separatisten in dem Gebiet mit schweren Waffen und auch modernen Panzern zu versorgen. AFP

Krise in der Ukraine

Ukrainische Soldaten nahe Donezk. Die Nato wirft Russland vor, die Separatisten in dem Gebiet mit schweren Waffen und auch modernen Panzern zu versorgen.

BrüsselDie Nato hat Russland die Lieferung schwerer Waffen in die von Separatisten beherrschten Gebiete in der Ostukraine vorgeworfen. „Wir haben gesehen, dass in den vergangenen Wochen Hunderte Ausrüstungsgegenstände von Russland in die Ukraine transferiert wurden“, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu am Dienstag in Brüssel. Einige von ihnen seien so kompliziert, dass sie ohne langwieriges Training nicht von Separatisten bedient werden könnten.

Konkret nannte die Sprecherin Boden-Luft-Raketen und hochmoderne Panzer. „Diese schwere Ausrüstung kann nicht einfach so auf dem offenen Markt in Donezk gekauft werden“, sagte sie zu Behauptungen aus dem Kreml, dass es solche Waffenlieferungen nicht gebe.

Wie sich die Bundeswehr im Osten beteiligt

Manöver und Aufklärung

Deutschland leitete ab Ende Mai ein gut zweimonatiges Nato-Manöver in der Ostsee. Die Bundeswehr stellte mit dem Tender „Elbe“ das Führungsschiff für einen Verband zur Minenräumung mit insgesamt fünf bis sechs Schiffen. Er ist einer von vier ständigen maritimen Verbänden der Nato. Die Bundeswehr ist auch an Aufklärungsflügen über Polen, Rumänien und über der Ostsee beteiligt.

„Speerspitze“

Es ist auch im Gespräch, das Stettiner Hauptquartier in die geplante „Speerspitze“ der schnellen Eingreiftruppe der Nato (Nato Response Force) zu integrieren. Zu dieser sollen 3000 bis 5000 Soldaten gehören, die im Krisenfall innerhalb von zwei bis fünf Tagen in Einsatzbereitschaft versetzt werden sollen. Ab 2015 soll sich in jedem Fall turnusmäßig auch das deutsch-niederländische Korps wieder an der NRF beteiligen und könnte damit ebenfalls in die „Speerspitze“ integriert werden.

Problematisch für eine deutsche Beteiligung ist das komplizierte Beschlussverfahren bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Jedem Kampfeinsatz muss der Bundestag zustimmen. Innerhalb weniger Tage ist das kaum möglich. Eine Kommission sucht derzeit nach einer Lösung.

Nato-Korps in Polen

Die Bundeswehr wird das Nato-Korps in Stettin in Polen mit 60 zusätzlichen Soldaten verstärken. Derzeit sind dort 208 Soldaten aus Deutschland, Dänemark und Polen stationiert, um Operationen und Übungen zu planen. Die drei Länder wollen das Personal als Reaktion auf die Ukraine-Krise aufstocken, um eine schnellere Einsatzbereitschaft zu erreichen. Derzeit liegt sie bei 180 Tagen, künftig sollen es 30 bis 90 Tage sein.

Eurofighter auf dem Baltikum

Seit dem 1. September beteiligt sich die Luftwaffe für vier Monate mit sechs Kampfflugzeugen an der Nato-Luftraumüberwachung über dem Baltikum. Bereits im Frühjahr war die Zahl der über Estland, Lettland und Litauen eingesetzten Nato-Flieger von vier auf 16 aufgestockt worden. Für den Einsatz sind 170 Bundeswehr-Soldaten am Stützpunkt Ämari in Estland stationiert.

In der Diskussion um mögliche Waffenlieferungen der USA an die Truppen der gewählten ukrainischen Regierung in Kiew spielt die Nato nach Angaben von Lungescu allerdings keine Rolle. Die Nato sei keine Allianz, die Waffen bereitstelle, sagte sie bei einer Pressekonferenz zu einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister an diesem Donnerstag. Entscheidungen dieser Art seien Sache der einzelnen Mitgliedstaaten.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Vittorio Queri

03.02.2015, 20:53 Uhr

>> Einige von ihnen seien so kompliziert, dass sie ohne langwieriges Training nicht von Separatisten bedient werden könnten. >>

Woher weiss diese Quoten - Frau das ?

Hat sie diese Geräte aus der Nähe gesehen und kennt deren Bedienungsschwierigkeitsgrad....?

Wo sind dann die Fotos ( sie hat doch ein Handy...? )

Ja ja, die NATO hat wieder mal Spielzeuge von IKEA mit der Realität verwechselt. Peinlich peinlich...:-)

Herr shar wes

04.02.2015, 09:02 Uhr

Ach wirklich!?!?? Woher sollen die paar tausend Separatisten zu Beginn auch auf einmal hinderte moderner Kriegsgerätschaften haben? Ach ja die stehen da ja so rum, auch weil die ukrainische Armee ja so viele moderne Panzer hat - die ja von den Separatisten erbeutet wurden ....
Was war das mit den hunderte unkontrollierten LKWs?

Herr reiner tiroch

04.02.2015, 12:08 Uhr

und wieder einmal wird vehement verschwiegen, dass die EU+USA die Ukraine mit geld und Waffen verfüllt hat, damit die Deppen ordentlich Krieg gegen RUS führen können.

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