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04.02.2005

14:23 Uhr

Während der Arbeit auf der Straße

Italienische Journalistin im Irak entführt

Unbekannte Täter haben am Freitag eine italienische Journalistin im Irak entführt. Wie das staatliche italienische Fernsehen berichtete, brachten die Täter die Frau in der Nähe der Universität von Bagdad in ihre Gewalt. Es handele sich um die 56-jährige Mitarbeiterin der römischen Zeitung „Il Manifesto“, Giuliana Sgrena. Die Entführer hätten zunächst keine Forderungen gestellt, heiß es weiter.

HB BAGDAD. In Bagdad ist am Freitag nach Angaben der Regierung in Rom eine italienische Journalistin entführt worden, während sie auf der Straße Interviews führte. Die Journalistin Giuliana Sgrena, die für die Tageszeitung „Il Manifesto“ arbeite, sei vermutlich von sunnitischen Aufständischen entführt worden, sagte Italiens Innenminister Giuseppe Pisanu. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, Sgrena habe mit einer Kollegin telefoniert, als sie verschleppt wurde. „Giuliana war meine Zimmergenossin. Sie hat mich vor einer Stunde angerufen, während sie sie fortnahmen. Ich habe die Schüsse gehört“, sagte Barbara Schiavulli. Sie habe nach Sgrena gerufen, die aber nicht mehr geantwortet habe.

Die entführte Journalistin sei gerade mit einem irakischen Kollegen und einem Fahrer dabei gewesen, in der Nähe der Bagdader Universität Interviews zu führen, verlautete aus irakischen Polizeikreisen. Die Entführer hätten ihren Wagen neben dem der Journalistin angehalten, den irakischen Journalisten und den Fahrer mit Waffengewalt zum Aussteigen gezwungen und seien mit Sgrena davongefahren. Der Fahrer und der Joournalist hätten dann die Behörden alarmiert.

Ein Wachmann der Universität sagte Reuters Television, die Journalistin habe Interviews mit Bewohnern Falludschas geführt, die nun an der Bagdader Universität seien. „Dann ging sie. Zwei Fahrzeuge näherten sich ihr und blockierten die Straße. Wir dachten, es sei ein Unfall. Als wir hinausgingen, zogen sie Waffen hervor, und wir wussten, dass sie gerade entführt wurde.“

Sgrena ist bereits die achte Italienerin, die innerhalb eines Jahres im Irak entführt worden sind. Zwei Mitarbeiter von Hilfsorganisationen waren im September verschleppt worden. Die Geiselnehmer hatten gedroht, sie zu töten, sie dann aber nach drei Wochen wieder freigelassen. Ein anderer italienischer Journalist, Enzo Baldoni, war im August entführt und später getötet worden, nachdem die Regierung in Rom sich geweigert hatte, der Forderung nach einem Abzug der rund 3 000 italienischen Soldaten im Irak nachzukommen. Die französische Journalistin Florence Aubenas war im Januar als Geisel genommen worden und ist noch immer in der Hand ihrer Entführer.

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