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03.01.2014

02:32 Uhr

Während Kerrys Besuch

Gefechte zwischen Israel und Gazastreifen brodeln weiter

Während der US-Außenminister im Nahen Osten über Frieden reden will, reagiert die israelische Armee mit Luftangriffen auf einen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Ein schlechter Start für Kerrys Mission.

Schwierige Friedensmission: Während dem Nahost-Besuch von US-Außenminister Kerry gehen die Kämpfe zwischen Israel und dem Gazastreifen weiter. ap

Schwierige Friedensmission: Während dem Nahost-Besuch von US-Außenminister Kerry gehen die Kämpfe zwischen Israel und dem Gazastreifen weiter.

JerusalemInmitten des Besuchs von US-Außenminister John Kerry im Nahen Osten hat es zwischen Israel und dem Gazastreifen neue Gefechte gegeben. Die israelische Armee bestätigte in einer Erklärung am frühen Freitag eine Reihe von Luftangriffen auf das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Palästinensergebiet. Es handle sich um eine "Antwort auf Raketenbeschuss auf Israel".

Laut der Armee wurden eine "terroristische Anlage" und "drei versteckte Raketenwerfer" beschossen. Nach israelischen Polizeiangaben wurde kurz zuvor am späten Donnerstag der Süden Israels vom Gazastreifen aus angegriffen. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben. Auch aus dem Gazastreifen lagen keine Angaben über mögliche Opfer vor.

Hürden auf dem Weg zum Nahost-Frieden

Siedler

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem gibt es im Westjordanland 125 von Israel genehmigte Siedlungen. Hinzu kommen etwa 100 „wilde“ Siedlungen, die nach israelischem Recht zwar illegal sind, aber dennoch vom Staat unterstützt werden. Mit dem Siedlungsbau hat sich Israel immer wieder über das Völkerrecht hinweggesetzt.

Grenzen

Die Palästinenser wollen ihren Staat in den 1967 von Israel besetzten Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem einrichten. Aus dem Gazastreifen hat sich Israel bereits 2005 zurückgezogen. Israel will aber seine großen Siedlungsblöcke im Westjordanland ebenso behalten wie eine Militärpräsenz im Jordantal an der Grenze zu Jordanien. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Bereitschaft zum Gebietsaustausch signalisiert.

Jerusalem

Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders heftig umstritten. Jerusalem gilt den Muslimen als drittheiligste Stätte. Israel beharrt darauf, Jerusalem sei seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Dagegen beanspruchen die Palästinenser den von Israel annektierten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dort liegt aber die Klagemauer, der heiligste Ort für Juden.

Sicherheit

Bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Terroristen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Israelis getötet worden. Die radikalislamische Hamas schoss aus dem Gazastreifen Tausende Kleinraketen auf israelische Grenzstädte. Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei.

Flüchtlinge

Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNRWA in den Palästinensergebieten sowie in Israels Nachbarländern etwa 5,3 Millionen registrierte Palästinenser, unter ihnen 4,9 Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen. Sie sollen nach dem Willen Israels kein Recht auf Rückkehr nach Israel erhalten. Die Palästinenser beharren offiziell auf ihrem „Rückkehrrecht“ nach Israel, was die Juden dort zur Minderheit machen würde.

Wasser

Schon seit Jahrzehnten wird vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist.

Kerry hält sich derzeit in Nahost auf, um die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern voranzubringen. Am Donnerstag kam er in Jerusalem mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammen. Ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der gemäßigten Fatah ist für Freitag im Westjordanland geplant.

Von

afp

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