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05.01.2011

09:58 Uhr

Währungsstreit

Iran rechnet Öllieferungen nicht mehr in Dollar ab

VonMathias Brüggmann

Indien und Iran befinden sich in einem handfesten Währungsstreit: Die Regierung in Teheran weigert sich, von Indiens Unternehmen weiter Zahlungen in Dollar oder Euro für sein Erdöl anzunehmen und begründet den Schritt mit internationalen Sanktionen gegen das eigene Land. Doch nun lässt sich Indien nur noch auf Kredit mit iranischem Öl beliefern.

Erdölförderung in Iran: Teheran weigert sich, von Indiens Zahlungen in Dollar oder Euro für sein Erdöl anzunehmen. Quelle: dpa

Erdölförderung in Iran: Teheran weigert sich, von Indiens Zahlungen in Dollar oder Euro für sein Erdöl anzunehmen.

BERLIN. Im Streit über die künftige Bezahlung für Rohöl steht es zwischen Iran und Indien vorerst eins zu eins. Die indischen Ölkonzerne Indian Oil und Hindustan Petroleum gaben am Dienstag bekannt, dass sie zunächst auf Kredit mit iranischem Rohöl beliefert werden. Die Vereinbarung, die nach Angaben der Agentur Bloomberg zunächst für 90 Tage getroffen wurde, gilt als Kompromiss. Denn bei dem Zwist geht es um einen handfesten Währungsstreit mit Signalwirkung.

Die Regierung in Teheran weigert sich, von Indiens Unternehmen weiter Zahlungen in Dollar oder Euro für sein Erdöl anzunehmen. Bisher hatten die indischen Käufer, die täglich 400 000 Barrel (je 159 Liter) iranisches Rohöl abnehmen, jährlich zwölf Milliarden Dollar an Iran überwiesen. Damit soll nun Schluss sein. Denn aufgrund der immer härteren Sanktionen des Uno-Sicherheitsrates wegen des iranischen Atomprogramms will Teheran seinen Handel künftig nicht mehr in Dollar abwickeln. Denn die USA haben den iranischen Dollar-Zahlungsverkehr empfindlich erschwert.

Zunächst hatte Teheran deshalb auf Euro umgestellt. Doch auch das ist nun vorbei: "Um Amerikaner und Europäer davon abzuhalten, unserem Ölhandel Probleme zu bereiten, haben wir die Zahlungen auf japanische Yen, Dirham aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und andere Währungen umgestellt", sagte Irans Vize-Ölminister Ahmad Chaledi.

Das aber ist im Rahmen der Asian Clearing Union (ACU) nicht möglich. Der in Abu Dhabi ansässigen Organisation gehören neben Indien, Pakistan und Iran zahlreiche kleine asiatische Länder an. Die ACU wickelt aber bislang den Zahlungsverkehr zwischen diesen Ländern nur in Dollar und Euro ab.

US-Druck auf Delhi führte zum Streit

Interessant ist der iranisch-indische Zwist, weil Delhi für Teheran wirtschaftlich und politisch in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden war. So wollte sich der zweitgrößte indische Ölkonzern ONGC Videsh vor der jüngsten Sanktionsrunde bei der Erschließung des Farzad-B-Ölfeldes mit Investitionen in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar weiter engagieren. Auch eine Verlängerung der bisher zwischen Iran und Pakistan geplanten "Freundschafts-Pipeline" nach Indien wird weiter diskutiert.

Bei diesen Plänen ist der jüngste Streit sehr hinderlich. Vor allem, da er ganz offensichtlich nach einer Intervention aus den USA zustande kommt: "Keine Frage, Indien agiert unter dem Druck anderer Länder", erklärte das indische Außenministerium laut eines Berichts von "Arab News", ohne die USA namentlich zu erwähnen. US-Präsident Barack Obama war zuletzt im November in Indien.

Bemerkenswert ist, dass Indien nun ein Ausweichen auf andere Währungen verweigert, weil die anderen iranischen Hauptölkunden sich anders verhalten: China und Japan wickeln ihre Ölkäufe bei der National Iranian Oil Company (NIOC) über Europa ab. Südkorea verrechnet seine Ölkäufe in Iran mit eigenen Warenlieferungen dorthin. Das ist wegen des großen Handelsbilanz-Ungleichgewichts Indiens mit Iran aber zwischen diesen beiden Ländern nicht möglich.

ÖLREICHTUM

Lieferant Erdöl ist Irans wichtigste Einnahmequelle. Das Land ist der zweitgrößte Förderer des Ölkartells Opec und verfügt nach Angaben des Konzerns BP über 137,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) oder 10,3 Prozent der weltweiten Reserven. Mit einer Tagesproduktion von 4,2 Millionen Fass trägt das Land 5,3 Prozent zur weltweiten Ölförderung bei. Iran stellt 2011 zudem erstmals seit 36 Jahren wieder den Opec-Präsidenten.

Kunden Hauptabnehmer für das iranische Öl sind China, Japan, Südkorea und Indien. Aber auch Lieferungen nach Europa haben im vergangenen Jahr wieder stark zugenommen.

Kommentare (7)

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Eigen

05.01.2011, 11:47 Uhr

das sollte der deutsche Staat genauso mit Amerika machen. Mit geschätzten 80 Mrd. Handelsüberschuss könnte man statt sich mit 'grün bedrucktem' Papier abzufinden, die Überschüsse in Gold auszahlen lassen.
Das wäre doch mal eine gute idee für unsere Politkasper und Wirtschaftsexperten in berlin.
Danach wäre bestimmt etwas Stimmung in der bude.

http://lupocattivoblog.wordpress.com/2010/12/17/ein-uberblick-uber-rothschilds-raubzuge-im-deutschland-der-nachkriegszeit-5/

Bye Bye US$ - Tschüssi und wech

05.01.2011, 12:21 Uhr

Jetzt kommt die nächste Runde des Kampfs gegen den Terror, nämlich der Kampf um die Dollarverdrängung. Würde mich nicht wundern, wenn gerade jetzt dann die geplante invasion des irans in den amerikanischen Köpfen kristallisiert.

Thomas Melber, Stuttgart

05.01.2011, 14:00 Uhr

Hatte das der irak seinerzeit nicht auch geplant? Damals, unter Saddam?

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