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28.05.2012

16:41 Uhr

Währungsszenario

Die Schweiz rüstet sich für den Euro-Crash

Die Euro-Schuldenkrise bereitet der Schweiz schon länger Kopfschmerzen: Die eigene Währung, der Franken, gilt als einer der wenigen „sicheren Häfen“. Die Folge: Ständiger Aufwertungsdruck auf den Franken.

Eine Euro-Münze und ein Schweizer Franken. dpa

Eine Euro-Münze und ein Schweizer Franken.

Genf/WienDie Schweizerische Nationalbank (SNB) rüstet sich für den Fall eines Euro-Zusammenbruchs - auch wenn sie diesen Ernstfall für wenig wahrscheinlich hält. „Wir müssen auch für den Fall der Fälle vorbereitet sein, dass die Währungsunion zusammenbricht, obwohl ich nicht damit rechne“, sagte der neue SNB-Präsident Thomas Jordan der in Zürich erscheinenden „Sonntagszeitung“. „Eine Maßnahme wären Kapitalverkehrskontrollen, also Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen. Ich kann hier nicht in die Details gehen. Wir identifizieren diese Instrumente für den Fall, dass weitere Maßnahmen nötig wären.“

Jordan gehört zu einer Arbeitsgruppe des Bundes in der Schweiz, die sich hauptsächlich auf Instrumente zur Bekämpfung der Frankenstärke konzentriert, aber auch Strategien für schlimmere Währungsszenarien entwirft.

„Wir gehen nicht davon aus, dass Griechenland aus der Währungsunion austritt“, sagte Jordan. „Unser Basis-Szenario rechnet mit einer längeren Phase größerer Schwierigkeiten. Die Situation wird sich erst beruhigen, wenn die Spar- und Reformanstrengungen in der Eurozone wirken. Das kann noch sehr lange gehen. Wir stellen uns also auf sehr unruhige Zeiten ein.“

Ausschließen lasse sich allerdings auch dieser Fall nicht, meinte Jordan. „Unabhängig davon, ob Griechenland in der Eurozone bleibt oder nicht, kann es möglicherweise zu einer Ansteckung anderer Länder kommen und somit die Schuldenkrise weiter eskalieren.“

Jordan hatte 1993 in seiner Doktorarbeit geschrieben, die Europäische Währungsunion sei ein krisenanfälliges Konstrukt, an dem sich eigentlich nur wenige, wirtschaftlich starke Länder beteiligen könnten. „Meine Dissertation beruht auf ökonomischen Analysen und gesundem Menschenverstand, was mich zu dieser skeptischen Prognose führte“, sagte Jordan knapp 20 Jahre später der „Sonntagszeitung“.

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

28.05.2012, 18:44 Uhr

Soll der SNB-Präsident Thomas Jordan etwa sagen er rechne fest damit das der Euro spätestens am Anfang des Jahres kollabiert?

Die Empörung über diese Aussage hält sich bei unsern Euro Gutmenschen auf jedem Fall in Grenzen.
Man stelle sich vor, der Banker Sarazzin hätte solche Äußerungen gemacht.
Die Grünen Deutschland Verwässer hätten sich gar nicht mehr eingekriegt, wüste Beleidigungen wären die Folge.

ReichsHeini

28.05.2012, 18:54 Uhr

Tja, die Schweiz hat zwar keinen EURO, aber nun den Aufwertungsdruck und somit latent steigende Preise...
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Wie lange das die Schweiz tatsächlich kompensieren kann, frage ich mich schon lange... allerdings schlummert ja noch viel "Goldschmuck, Münzen und nicht zu vergessen Zahngold" in den Tiefen der diskreten Schweizer Banken...
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Hoffen wir mal, dass da nie die Kavallerie im Auftrag der Erben danach suchen muss...
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Tja, die Schweiz wäscht weisser...

PikAs

28.05.2012, 19:02 Uhr

Nicht nur die Schweiz sollte sich für den Euro-Crash rüsten. Auch die deutsche Bevölkerung sollte dies tun!

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